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Legehennenhaltung

Den Gefiederzustand immer im Blick

© Mühlhausen/landpixel
Inga Garrelfs, LWK Niedersachsen
am
13.01.2016

Ab 2017 soll bei Legehennen auf das Schnabelkürzen gegen Federpicken und Kannibalismus verzichtet werden. In einer vierteiligen Serie gibt die LAND & Forst Praxistipps, wie man das unerwünschte Verhalten verhindern kann.

Wenn erste Gefiederschäden wie hier am Stoßansatz erkannt werden und die Ursache rasch behoben wird, gibt es eine realistische Chance, das Federpicken in den Griff zu bekommen. © Inga Garrelfs

Federpicken und Kanibalismus können zu Leistungseinbußen und erhöhter Mortalität führen. Bislang wird zur Vorbeugung der Schnabel gekürzt. Hierauf will man ab 2017 verzichten. Legehennenhalter sollten deshalb schon jetzt Managemantalternativen ausprobieren. In einer vierteiligen Serie stellt die LAND & Forst Praxistipps vor. Diese entstammen einem Leitfaden, der in Kürze veröffentlicht wird. Erarbeitet wurde das Werk von Inga Garrelfs von der LWK Niedersachsen.

Sie erstellte ihn im Rahmen eines vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft geförderten Modell- & Demonstrationsvorhabens. Für das Vorhaben wurden 2014 und 2015 insgesamt 20 Herden mit insgesamt 225.000 Legehennen in ökologischer Haltung (6 Herden), Freilandhaltung (7 Herden) und Bodenhaltung (7 Herden) mit intakten Schnäbeln intensiv betreut und beraten.

Erfahrungen aus der Praxis zusammengetragen

Durch zahlreiche Betriebsbesuche wurden Erfahrungen und Erkenntnisse darüber gewonnen, welche Faktoren eine Verhaltensstörung wie Federpicken oder Kannibalismus begünstigen. Maßnahmen, die Verhaltensstörungen vorbeugen oder minimieren wurden erarbeitet und auf den Praxisbetrieben erprobt. Die Auslöser für Federpicken und Kannibalismus sind äußerst vielseitig und der Begriff „multifaktoriell“ taucht in diesem Zusammenhang häufig auf.

Maßnahmen individuell planen

Bei Problemen auf Betrieben muss individuell hingeschaut werden, um die richtigen Maßnahmen zu ergreifen. Hinsichtlich der täglichen Tierbetreuung werden Landwirte sich zukünftig umstellen müssen, da bei Herden mit intaktem Schnabel ein intensiverer Betreuungsaufwand nötig ist. Bereits kleine Anzeichen wie Nervosität oder beginnendes Picken am Stoßansatz sind Hinweise dafür, dass möglicherweise im Management etwas schief gegangen ist. Das kann zum Beispiel ein zu geringer NaCl-Gehalt im Futter oder ein sich ankündigendes Krankheitsgeschehen sein. Eine durch Stress ausgelöste Verhaltensstörung kann bereits nach wenigen Tagen im Verhaltensmuster der Hühner so stark verankert sein, dass sie nie mehr richtig zum Erliegen kommt.

Ursachenforschung umgehend beginnen

Generell gilt: je mehr Federn das Tier bereits durch Federpicken verloren hat, desto wahrscheinlicher befinden sich auf der freiliegenden Hautpartie kleine, aber auch größere Verletzungen, die im schlimmsten Fall zu Kannibalismus führen können. Beginnende Verhaltensstörungen können nur dann gestoppt oder minimiert werden, wenn sie rechtzeitig erkannt werden. Dann muss die Ursachenforschung umgehend beginnen und gezielt mit Maßnahmen (Futterwechsel, Lichtreduktion, Milbenbekämpfung, etc.) gehandelt werden.

Mehr zum Thema lesen Sie in der LAND & Forst Ausgabe 02/2016 ab Seite 29. Möchten Sie die LAND & Forst zum Probelesen bestellen? Dann klicken Sie hier…

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