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Katholische Landvolk Hochschule Oesede

Geflüchtete syrische Landwirte berichten aus ihrer Heimat

Johannes Pott/red
am
22.01.2016

Fünf geflüchtete syrische Landwirte begleiteten in diesem Jahr eine Exkursion des Winterkurses der Katholischen Landvolk Hochschule Oesede (KLVHS). Für Junglandwirte und Flüchtlinge war das eine spannende Begegnung.

Der Winterkurs der Katholischen LandvolkHochschule (KLVHS) war in diesem Jahr auf Exkursion in der Grafschaft Bentheim. Auf dem Programm stand die Besichtigung von Betrieben der Kursteilnehmer. Als Gäste mit dabei waren fünf syrische Landwirte, die auf der Flucht vor dem Bürgerkrieg nach Deutschland gekommen waren.

Syrische Landwirtschaft bewusst zerstört

Die Exkursion war Teil einer Schwerpunktwoche des Winterkurses zum Thema Extremismus und startete mit dem Besuch einer Moschee in Osnabrück. Die fünf syrischen Gäste berichteten von ihrer Flucht und den kriegsbedingten Zuständen in ihrer Heimat.

Anhand von Fotos verdeutlichten sie die dramatische Lage in dem Land. Besonders die bewusste Zerstörung der Landwirtschaft bewegte die Exkursionsteilnehmer: Für die Menschen in den ländlichen Gegenden Syriens stellt die Landwirtschaft die Existenzgrundlage dar.

Flüchtlinge von Mechanisierung beeindruckt

Auf den Betrieben von Alina Kleine Ruse aus Isterberg und Gunnar Leferink aus Nordhorn besichtigte die Gruppe einen Boxenlaufstall und einen Freiland-Legehennenstall. Vor allem der hohe Mechanisierungsgrad beeindruckte die Syrer. Gleichwohl hatten auch die deutschen Landwirte viele Fragen zur syrischen Landwirtschaft. Die vollkommen anderen Bedingungen, klimatisch wie auch politisch, waren für die meisten bisher unbekannt.

Syrische Landwirtschaft vielfältig

Gleichwohl waren die Teilnehmer des Winterkurses erstaunt über die Vielfalt der syrischen Landwirtschaft. Von Ackerbau über Viehzucht gehört auch der Obst- und Gemüsebau dazu. Vor allem Baumwolle, Zitrusfrüchte, Tabak und Oliven gehören zu den bedeutenden Kulturen der syrischen Landwirtschaft.

Den Kontakt zwischen Winterkurs und den syrischen Landwirten stellte Mitarbeiterin Dua Zeitun von der KLVHS her. Sie arbeitet an der Landvolk Hochschule  zum Schwerpunkt interreligiöser Dialog und hat täglich Kontakt zu Familien, die auf der Flucht vor Gewalt und Krieg nach Deutschland kommen. Auf der Exkursion war sie auch als Dolmetscherin im Einsatz.

Junglandwirte wollen Gespräch fortführen

Nach intensiven Gesprächen über mehrere Stunden kam bei allen Beteiligten der Wunsch auf, den Dialog fortzuführen. So wurden die syrischen Landwirte spontan zu einer weiteren Exkursion eingeladen, um zu erfahren, wie Landwirtschaft in Deutschland funktioniert.

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