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Ministerpräsident vor Ort

„Goldene Olga“ lockte Weil nach Holte

Jan-Gerd Ahlers, LAND & Forst
am
06.04.2016

Rauderfehn-Holte - Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil besuchte am Dienstag den Gewinnerbetrieb der „Goldenen Olga 2015“: Familie Schulte in Holte (Kreis Leer). Am Rande dieses Arbeitsbesuches überreichten ihm Mitglieder des Bundesverbandes Deutscher Milchviehhalter eine Erklärung.

Während der einstündigen Stippvisite auf dem Milchviehbetrieb Schulte ging es zuerst durch den Kuhstall. Fasziniert war der SPD-Spitzenpolitiker vor allen Dingen vom Tierkomfort und von der modernen Technik, hier speziell von Melk- und Spaltenroboter.

Milchpreismisere bringt hohe Einkommensverluste

Beim Tee im Wohnzimmer ging es dann um die derzeitige Preismisere am Milchmarkt: Bertraud und Hilmar Schulte schilderten ihre betrieblichen Verhältnisse mit hohen Einkommensverlusten. Sie verwiesen auch auf die unmittelbaren Folgen für die vor- und nachgelagerten Bereiche.

Weil zeigte Verständnis für die schwierige Situation durch die anhaltende Preismisere. Allerdings könne man Überkapazitäten und Marktschwankungen nicht durch politische Maßnahmen wieder ins Gleichgewicht bringen.

BDM: Milchkrise zur Chefsache

Karin Mansholt und Andrea Sweers vom Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) überreichten dem Ministerpräsidenten einen Brief. Der Verband fordert ihn auf, die Milchkrise im Milchland Niedersachsen zur Chefsache zu machen: "Der Wertschöpfungsverlust im ersten Jahr ohne ausreichendes Sicherheitsnetz beläuft sich hier in Ostfriesland auf  211 Mio € , in Niedersachsen auf  969 Mio  €."

Die Krise könne die Struktur des  Ländlichen Raums in Ihrem Bundesland zerstören. Viele Arbeitsplätze seien schon verloren und viele würden noch folgen.

Wiesenhof als "kleiner Zwischenfall"

Dagegen sei der Brand bei Wiesenhof "ein kleiner Zwischenfall". Trotzdem sei der Minister dort sofort zur Stelle: "Unser Problem ist für Sie anscheinend noch nicht greifbar genug", wirft der BDM Weil vor.

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