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Gülle

Gülleausbringung: Alte Prallteller ab 2016 verboten

LWK Niedersachsen/agrarheute
am
30.12.2015

Oldenburg - Ab dem 1. Januar 2016 dürfen nach oben abstrahlende Prallteller nicht mehr zur Gülleausbringung eingesetzt werden.

Gemäß § 3 Abs. 10 der Düngeverordnung müssen Geräte zum Ausbringen von Düngemitteln den allgemein anerkannten Regeln der Technik entsprechen. Der Einsatz einiger Geräte, die in der Anlage 4 zur Düngeverordnung gelistet sind, war bereits seit dem Januar 2010 verboten. Eine Übergangsregelung erlaubte deren Verwendung aber noch bis Ende 2015. Mit dem Ablauf des Jahres 2015 endet diese Übergangsregelung. Der Einsatz folgender Geräte ist ab dem 1. Januar 2016 verboten:

  • Festmiststreuer ohne gesteuerte Mistzufuhr zum Verteiler, (kein Kratzboden, z. B. Kettenschleuderstreuer),
  • Güllewagen und Jauchewagen mit freiem Auslauf auf den Verteiler, (weder Vakuum noch Pumpe, z. B. Jauchewagen mit Schieber hinten am Fass),
  • zentrale Prallverteiler, mit denen nach oben abgestrahlt wird, (schräg stehender Prallteller alter Bauart),
  • Güllewagen mit senkrecht angeordneter, offener Schleuderscheibe als Verteiler zur Ausbringung von unverdünnter Gülle,
  • Drehstrahlregner zur Verregnung von unverdünnter Gülle.

Bedarfsgerechte Düngung unmöglich

    Es handelt sich dabei um Techniken, deren Verteilgenauigkeit zu wünschen übrig lässt und mit denen keine pflanzenbedarfsgerechte Düngung möglich ist. Sie sind in der Regel windanfällig und gewährleisten keine ausreichende Querverteilung. In der landwirtschaftlichen Praxis haben sie seit Jahren keine Bedeutung mehr. Verstöße gegen das Verbot sind bußgeldbewehrt und Cross Compliance relevant.

    Prallköpfe und -bleche weiter zulässig

    Weiterhin zulässig sind alle Breitverteiltechniken, bei denen der Güllestrahl nach unten bzw. zur Seite abgestrahlt wird. Dies betrifft die in der Praxis weit verbreiteten Prallköpfe und Prallbleche. Auch Schwenkverteiler und -düsen sowie Düsenbalkensysteme können weiter eingesetzt werden. So werden auch in den nächsten Jahren Güllefässer mit Breitverteilung auf den Feldern zu sehen sein. Im Bereich der Mistausbringung sind weiterhin alle Streuer zulässig, die einen Kratzboden mit einstellbarem Vorschub besitzen.

    Bodennahe Gülleausbringung ab 2020 Pflicht

    Die Pflicht zum Einsatz bodennaher Techniken zur Ausbringung flüssiger Wirtschaftsdünger, wie Schleppschlauch-, Schleppschuh- und Schlitzverteiler sieht der Gesetzgeber nach derzeitigem Kenntnisstand erst für die Jahre 2020 in stehende Ackerkulturen bzw. 2025 auf Grünland vor. Bis dahin sollte bei Breitverteilung auf günstige Witterungsverhältnisse (möglichst niedrige Temperaturen, bedeckter Himmel, kein Wind, nachfolgende Niederschläge) geachtet werden. So vermeidet man unnötige Ammoniakemissionen.

    Güllesperrfrist: Die Regeln in Niedersachsen

    In Niedersachsen gelten weiterhin folgende Regeln zur Ausbringung von Gülle:

    • Sperrfrist für Ackerland: 15. Oktober bis 15. Januar.
    • Sperrfrist auf Grünland: 01. November bis 15. Januar.
    • Vorverlegung möglich, aber keine Kürzung auf Grund von Bodenschutz bzw. Stickstoffausnutzung.
    • Genehmigung der Sperrfristverlegung: nur für Einzelbetrieb.
    • Antragstellung: spätestens bis fünf Werktage vor dem 15. Oktober (Ackerland) bzw. vor dem 31. Oktober (Grünland) bei der LWK Niedersachsen.
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