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Güllesperrfrist: Jetzt schon an den Winter denken

von , am
27.08.2015

Alle Jahre wieder können Landwirte auf Antrag die Ausbringungszeiten für Gülle & Co im Winter verschieben lassen - wenn Belange des Boden- und Gewässerschutzes dem nicht entgegenstehen.

Aus Bodenschutzgründen kann die Gülleausbringung im Winter auf Frost sinnvoll sein. Der Boden muss aber im Laufe des Tages oberflächennah auftauen. © Jelko Djuren
Bekanntlich gilt gemäß Düngeverordnung während der Wintermonate eine Sperrfrist für die Ausbringung von Düngemitteln mit wesentlichem Gehalt an verfügbarem Stickstoff. Dieses Kriterium ist erfüllt, wenn, bezogen auf die Trockenmasse, mehr als 10 % des Gesamt-N-Gehaltes als Nitrat oder Ammonium vorliegen. Damit gilt die Sperrfrist für Gülle, Gärreste, Jauche, Hühnertrockenkot und Hähnchenmist, aber auch für N-haltige Mineraldünger und viele Klärschlämme. Die genannten Düngemittel dürfen
  • auf Ackerland vom 1. November bis 31. Januar und
  • auf Grünland vom 15. November bis 31. Januar 
generell nicht ausgebracht werden.
 
Wie bereits in den vergangenen Jahren bietet die Düngeverordnung den Landwirten jedoch die Möglichkeit, die Sperrfrist für die Ausbringung der genannten Dünger zu verschieben, wenn Belange des Boden- und Gewässerschutzes dem nicht entgegenstehen. Die Sperrfrist darf dabei in ihrer Dauer nicht verkürzt, sondern nur zeitlich verschoben werden.

Genannte Düngemittel bodenschonend ausbringen

Gemäß § 3 Absatz 4 der Düngeverordnung sind Aufbringungszeit und -menge bei Düngemitteln so zu wählen, dass verfügbar werdende Nährstoffe den Pflanzen weitest möglich zeitgerecht in einer dem Nährstoffbedarf der Pflanze entsprechenden Menge zur Verfügung stehen. In diesem Sinne sollten die Ausbringungstermine für Düngemittel mit wesentlichem Gehalt an verfügbarem Stickstoff möglichst kurz vor Vegetationsbeginn liegen. Allerdings können die Böden, vor allem in feuchten Jahren, vielfach zu diesen Terminen mit der schweren Ausbringungstechnik nicht bzw. nicht ohne Bodendruckschäden befahrbar sein. Um bei tagsüber auftauenden Böden Nachtfröste zu nutzen, kann eine Vorziehung des Sperrfristendes auf den 15. Januar sinnvoll sein, um die genannten Düngemittel bodenschonend ausbringen zu können.

Zeitige Ausbringung von Güllestickstoff häufig besser

Versuchsergebnisse zeigen zudem, dass die Ausnutzung des Güllestickstoffs bei zeitiger Ausbringung Ende Januar häufig besser ist als bei einer späten Ausbringung im Herbst. Auf bewachsenen Flächen entstehen bei diesen Düngungsterminen bis zum Einsetzen der Vegetation keine nennenswerten Stickstoffverluste. Insofern steht die Verschiebung der Sperrfrist im Einklang mit den Zielen des Bodenschutzes und trägt über eine bestmögliche Stickstoffausnutzung bei nicht vorhandenen Verlustrisiken den Zielen des Gewässerschutzes Rechnung.

Vorverlegung der Sperrfrist um zwei Wochen zulässig

Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen, als nach Landesrecht zuständige Stelle, lässt auf Antragstellung die Vorverlegung der Sperrfrist um zwei Wochen zu, um eine Boden schonende Ausbringung bei gleichzeitiger Minimierung des Stickstoffverlustrisikos zu gewährleisten. Dies bedeutet,
  • die Sperrfrist für Ackerland beginnt damit am 15.Oktober und endet am 15.Januar.
  • die Sperrfrist auf Grünland beginnt damit am 1.November und endet am 15.Januar.

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