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Aus den Regionen

Heideblüte, Heidefeste und viele Königinnen

von , am
06.08.2015

Lüneburg - Die Heideblüte beginnt! In diesem Jahr wird sie eher durchschnittlich ausfallen. Zeitgleich gibt es wie jedes Jahr viele Heidefeste und die Wahl der Heidekönigin.

Derzeit blühen bereits 25 Prozent der Heidepflanzen. © Mühlhausen/landpixel
Nach der Faustregel "8.8 bis 9.9." soll die große Blütezeit der Heide um den 8. August herum beginnen. Damit starten in der Region auch wieder die Wochen der Heidefeste und ihrer Königinnen. Zur Heideblüte kommen alljährlich rund 1,5 Millionen Besucher in das 234 Quadratkilometer große Naturschutzgebiet. "Bei dem Jo-Jo-Wetter in diesem Jahr rechnen wir mit einer eher durchschnittlichen Blüte", sagte Burkhard Jäkel vom Fachdienst Umwelt des Landkreises Lüneburg. "Wo es ein wenig feuchter ist, da könnte es sich auch üppiger ausprägen und die Blüte länger als bis zur ersten Septemberwoche dauern", erklärte der Landschaftsökologe. "Wir gehen davon aus, dass die Heideblüte in diesem Jahr deutlich länger dauern wird", zeigte sich Mathias Zimmermann vom Verein Naturschutzpark Lüneburger Heide (VNP) in Bispingen optimistisch. "Wegen der derzeit feuchten Witterung rechnen wir mit einer Blüte bis gegen Ende September." Das gelte vor allem für die gut gepflegten Jungheideflächen.

Derzeit 25 Prozent der Pflanzen mit violetten Blüten

Die hellere und größere Glockenheide sei bereits wieder verblüht, so Jäkel. Die auch Erika genannte Pflanze sei in der Lüneburger Heide jedoch weit weniger verbreitet als die Besenheide Caluna vulgaris, die erst ab Anfang August in Blüte steht. Laut Heideblüten-Barometer im Internet zeigen derzeit etwa 25 Prozent der Pflanzen ihre violetten Blüten. Ohne regelmäßige Pflege würden Bäume und Sträucher die rund 5.500 Hektar großen Heideflächen in nur etwa zehn Jahren überwuchern.

Amelinghausen startet

Mit der Blütenpracht naht in der Region wieder die Zeit der Heidefeste und ihrer Königinnen. Den Anfang macht Amelinghausen im Landkreis Lüneburg. Zu dem neuntägigen Spektakel werden nach Angaben der Veranstalter auch in diesem Jahr bis zu 15.000 Besucher erwartet. Zum Auftakt heißt es am 15. August am Lopausee wieder: "Der See brennt".

Heidekönigin braucht Natürlichkeit und Charme

Höhepunkt ist aber freilich die Wahl der Heidekönigin am 23. August. Dann muss die amtierende Regentin Sophia Wischmann ihre Krone weitergeben. Die neue Königin repräsentiert die Region ein Jahr lang in ganz Deutschland. "Heidekönigin kann nur werden, wer in der Samtgemeinde wohnt und volljährig ist", sagte Festvereins-Sprecherin Ina Carlberg-Koch. "Die Bewerberinnen müssen die Jury mit Natürlichkeit und Charme überzeugen." Die Entscheidung trifft eine 18-köpfige Jury. Die nächste Königin ist bereits die 67., weil der Männergesangverein des Ortes den Titel schon 1949 verliehen hatte. Das war ein Jahr vor dem ersten offiziellen Heideblütenfest von Amelinghausen.

Regentin aus Schneverdingen noch streng geheim

Schneverdingen im Heidekreis legt am 27. August los, und das bereits zum 71. Mal. Drei Tage später wird die neue Regentin gekrönt, sie ist schon zu Jahresbeginn vom Festausschuss bestimmt worden, ihr Name aber noch streng geheim. Kandidatinnen sollten möglichst mindestens Anfang 20, unverheiratet und aus Schneverdingen sein. "Es sollte eine charmante und aufgeschlossene Frau mit Liebe zu ihrer Heimat sein", sagte Julia Garbers von der Schneverdingen-Touristik.
 
Auch in der Südheide geht es ab: Das 52. Heideblütenfest in Meißendorf (Landkreis Celle) dauert vom 28. bis zum 30. August. Ins Leben gerufen wurden die Feierlichkeiten dort 1964, ein Jahr später wurde die erste Heidekönigin gekrönt. Aspirantinnen müssen mindestens 16 Jahre alt sein und aus Meißendorf oder aus der Gemeinde Winsen (Aller) stammen. Es geht dabei wenig monarchistisch zu: Die Königin wird vom Publikum per Stimmzettel gewählt.
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