Login
Aus den Regionen

Heidekreis: Nach Fohlenriss stehen Wölfe unter Verdacht

von , am
20.05.2015

Bispingen - Montagmorgen wurde auf einer Weide im Heidekreis ein frisch geborenes Islandfohlen gerissen - möglicherweise von einem Wolf. Eine Genanalyse steht noch aus.

Wenn das Pferd durch einen Wolf starb, dürfte das bundesweit der erste Fall dieser Art sein. © Katrin Hammer/pixelio
Der Besitzer hatte die Überreste des wenige Stunden zuvor geborenen Islandpferds auf der Weide entdeckt. Das Fohlen ist getötet und fast vollständig aufgefressen worden. Sollten Genanalysen durch den dafür zuständigen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz Gewissheit bringen, so dürfte das der bundesweit erste Fall sein, wo Wölfe ein Pferd gerissen haben. Noch steht eine DNA-Analyse  aber aus, betonte eine Sprecherin. "Unseres Wissens nach wäre das der erste Fall dieser Art in Niedersachsen." Dem Deutschen Jagdverband sei sogar bundesweit kein vergleichbarer Fall bekannt, sagte ein Sprecher in Berlin. Auch dem Kontaktbüro "Wolfsregion Lausitz" ist kein Fall bekannt, wo ein Wolf ein Pferd oder Fohlen getötet hat.

Auch Hufe und Knochen fehlen

"Von dem Fohlen sind nur noch der Kopf und ein Teil der Wirbelsäule übriggeblieben", sagte Götz George, Besitzer des betroffenen Gestüts. Nicht einmal Hufe und Knochen seien übriggeblieben. "Zwei Wolfsberater und der Amtstierarzt waren da - sie können einen anderen Verursacher als den Wolf nahezu ausschließen", berichtete George. Auch wildernde Hunde würden es nicht schaffen in einer Nacht bis zu 25 Kilogramm Fleisch zu fressen. Die artgerechte Haltung für Islandpferde sei die auf der Weide, da müsse sich etwas tun, forderte George. Mittel für Schutzzäune bekämen Pferdehalter bisher nicht. Auch eine andere Vorsorgemaßnahme haben in diesem Fall versagt: "Wir hatten extra zwei Esel gekauft, denen man eine Herdenschutzfunktion nachgesagt hat - auch das hat nichts gebracht", so George.
 
In Niedersachsen sind nach Angaben der Landesjägerschaft rund 50 Wölfe unterwegs. Mehrfach waren auch bei Bispingen Tiere gesichtet worden. Wie ein Sprecher des Umweltministeriums in Hannover sagte, werde der Halter des Fohlens entschädigt, wenn es sich um eine Wolfsattacke handeln sollte.
Auch interessant