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Heidschnuckentag: Schönste Jungböcke werden gekört

von , am
03.07.2013

Am zweiten Donnerstag im Juli ist im niedersächsischen Müden/Örtze "Heidschnuckentag". Etwa 40 der schönsten Jungböcke aus der Heideregion werden am 11. Juli ab 7.30 Uhr gekört.

Wer ist die schönste Heidschnucke im Land? - Diese Frage wird 11. Juli beantwortet. © Köster/landpixel
Nach der Körung der Jungböcke können Halter und Züchter aus ganz Deutschland eines der prämierten Tiere ersteigern.
 
Nicht nur Fachleute, auch Schnuckenfans und Urlauber kommen an dem Tag am Gasthaus "Zum Heidesee"auf ihre Kosten, berichtet der Landvolk Pressedienst. Bis zu siebenhundert Gäste kamen in den vergangenen Jahren, um einen Platz am Vorführring zu ergattern, berichtet Mathias Brockob vom Landesschafzuchtverband Niedersachsen. Viele Stände rund um die Heidschnucke und Erzeugnisse aus der Heide laden zum Bummeln und Genießen ein. Mit Genuss können die Gäste so einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Rasse und zur Pflege der besonderen Heidelandschaft leisten.

Schafhaltung erfordert viel Idealismus

Für den Naturschutz in der Heide seien die Schnucken unerlässlich, sagt Brockob. Ein Mähwerk könnte diese Leistung nicht ohne Verluste für die Insekten ersetzen. Außerdem gehören zur Heide einfach die Heidschnucken, meint Brockob. Trotz der wichtigen Naturschutzarbeit der Schnucken, deren wildartiges Fleisch von Kennern geschätzt wird, ist die Zahl der Schnuckenhalter rückläufig. Reich wurde man mit der Schafhaltung noch nie, berichtet Brockob, meistens werden die Schafe aus Idealismus gehalten. Bei sehr kleinen Herden wurden in den vergangenen Jahren viele Halter von den hohen Anforderungen an die Tierkennzeichnung abgeschreckt. Bei größeren Herden bestehe die Herausforderung darin, ein Auskommen zu erwirtschaften.

Rückkehr des Wolfs macht Schafhaltern zu schaffen

Ganz aktuell setze die Rückkehr des Wolfes die Schafhalter in der Heide unter großen Druck. Schon jetzt verbringen die Halter einen Großteil des Tages in der Herde. Zum Schutz vor dem Wolf müssen noch einmal zwei bis drei Stunden mehr eingeplant werden, schätzt der Experte. Dazu sind aufwendige Zäune oder speziell ausgebildete Hunde nötig. Dieser zusätzliche Aufwand lässt sich allerdings mit den Schafen nicht erwirtschaften, deshalb bräuchten die Schafhalter für vorbeugende Schutzmaßnahmen Unterstützung aus der Politik. Schäfer Carl Wilhelm Kuhlmann meint dazu: "Wenn die Gesellschaft die Rückkehr des Wolfes will, muss sie aber auch diejenigen schützen, die mit ihren Schafen die Landschaft offen halten, die Streuobstwiesen pflegen und alte Kulturlandschaften wie die Heide erhalten".
 
Der Heidschnuckentag bietet Gelegenheit, diese Zusammenhänge gegenüber Entscheidungsträgern zu verdeutlichen. Bei einem Schnuckenessen mit zahlreichen Ehrengästen aus der Politik, darunter Niedersachsens Agrarminister Christian Meyer, ist Gelegenheit zum Austausch.
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