Login
Aus den Regionen

Hochtragende Rinder gehören nicht auf den Schlachthof

von , am
15.07.2015

Die Schlachtung hochtragender Rinder ist zu Recht ein sehr emotional besetztes Thema. Landvolk und DBV appellieren deshalb an die Tierhalter, verantwortungsbewusst und sorgfältig zu selektieren.

Nur in absoluten Ausnahmefällen ist der Transport tragender Rinder zum Schlachthof gerechtfertigt. © Mühlhausen/landpixel
Hochtragende Tiere gehören nicht auf den Schlachthof. Auf diesen für alle Tierhalter gültigen Grundsatz hat das Landvolk Niedersachsen erneut hingewiesen. Jeder Tierhalter müsse sicherstellen, dass keine hochtragenden Tiere zur Schlachtung kommen, sagte Landvolkvizepräsident Heinz Korte.
 
In begründeten Ausnahmefällen, wie nicht behandelbaren Eutererkrankungen, sollten die Landwirte den Schlachthof vorab informieren. Der Verband ist daher nach eigenen Angaben mit der Fleischwirtschaft im Gespräch, um dies über entsprechende Begleitpapiere sicherzustellen. Der Schlachthof kann sich dann gezielt auf die Schlachtung dieses Tieres vorbereiten.

Forschen nach Gründen

Zurzeit arbeitet das Landvolk Niedersachsen in einer Arbeitsgruppe des Landwirtschaftsministeriums in Hannover mit. Hier soll den Gründen nachgegangen werden, warum einzelne Landwirte tragende Rinder dennoch zur Schlachtung geben. Davon erhofft sich der Verband konkrete Empfehlungen an die Praktiker, um die nicht beabsichtigte Schlachtung ausschließen zu können. "Entgegen der in einzelnen Medienberichten geschilderten Zahl, handelt es sich hier tatsächlich um Ausnahmefälle", schildert Vizepräsident Albert Schulte to Brinke den derzeitigen Erkenntnisstand. "Aber auch diese leider noch beobachteten Schlachtungen tragender Rinder wollen wir vermeiden. Wir appellieren daher eindringlich an alle Tierhalter, diese durch entsprechende Vorsorge und Sorgfalt tatsächlich auszuschließen", sagte er.
 
Das Landvolk hat im vergangenen Jahr entsprechende Rückmeldungen der Schlachtbetriebe an die Tierhalter angeregt, dies hat das QS-System inzwischen umgesetzt. Systematisches Fehlverhalten kann keinesfalls akzeptiert werden und muss zu Sanktionen führen.

Ausmaß noch unklar

Vor der am Dienstagabend ausgestrahlten ARD-Sendung "Report Mainz" über tragende Kühe in deutschen Schlachthöfen hatte auch der Deutsche Bauernverband (DBV) nochmals klargestellt, dass eine Schlachtung hochträchtiger Kühe nicht vertretbar ist. In den zurückliegenden Monaten haben der Bauernverband und seine Landesbauernverbände Mitglieder und Tierhalter sensibilisiert, alle betrieblichen Möglichkeiten zu nutzen, damit hochtragende Tiere nicht geschlachtet werden.
 
Über das tatsächliche Ausmaß fehlen aktuelle Untersuchungen, so dass derzeit mehr Vermutungen als Fakten vorliegen. Praxiserhebungen dazu laufen derzeit. Am kommenden Montagabend bringt die ARD um 21.50 Uhr zudem in ihrer Reihe "Exclusiv im Ersten" einen Beitrag mit dem Titel "Verheizt für billige Milch - Das Leiden der deutschen Turbokühe".
 
Zuschauerreaktionen nimmt der Sender hier entgegen:
  • Zuschauerredaktion Das Erste, Postfach 20 06 65, 80006 München;
  • Tel.: 089-5900 23344 (9 bis 23 Uhr), Fax: 089-5900 24070;
  • E-Mail: info@DasErste.de
Auch interessant