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Höhere Eierpreise bei Verzicht auf Schnabelkürzen

© Mühlhausen/landpixel
AgE
am
17.11.2015

Hannover - Ergebnis eines Pilotprojektes: Legehennenhalter, die auf das Schnäbelkupieren ihrer Tiere verzichten, haben einen erheblichen Mehraufwand. Höhere Eierpreise wären die Folge.

Das ab 2017 geltende Verbot des Schnäbelkupierens bei Legehennen verursacht einen erheblichen Mehraufwand in der Haltung. Dieser muss über höhere Eierpreise ausgeglichen werden muss. Das ist das Ergebnis eines zweijährigen Pilotprojekts, das die Landwirtschaftskammer Niedersachsen mit 20 Legehennenbetrieben durchgeführt hat. Wie das Landvolk Niedersachsen am vergangenen Donnerstag mit Verweis auf Kammerangaben berichtete, beläuft sich die Kostensteigerung auf 2 bis 4 Cent pro Ei. „Der Landwirt braucht vitale Legehennen, optimiertes Futter und einen super Stall mit Beschäftigungsmöglichkeiten“, erklärte der Vorsitzende des Verbandes der Niedersächsischen Geflügelwirtschaft (NGW), Friedrich-Otto  Ripke. Für 9 Cent ließen sich unter diesen Bedingungen keine Eier produzieren, stellte er klar. Ripke hofft auf gesellschaftliche Akzeptanz und die Unterstützung der Politik, um für mehr Tierwohl die höheren Preise beim Lebensmitteleinzelhandel langfristig durchzusetzen.

Tiere brauchen Beschäftigung

Der Geflügelberater der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, Dr. Peter  Hiller, erklärte, dass das Huhn von Natur aus 90 % des Tages auf Futtersuche sei. Im Stall wäre das nicht möglich. Die Tiere müssten deshalb beschäftigt werden und dürften keine Langeweile haben. Einer der Pilotbetriebe gehört Ingo  M a r d i n k . Durch Maissilage, die acht Mal am Tag von einer selbst entwickelten Maschine in den Stall eingestreut würde, sei das Federpicken komplett unterbunden worden, berichtete er. Die Tiere scharrten und kratzten in der Silage und suchten nach den Maiskörnern und seien somit beschäftigt. Hinzu komme allerdings ein hoher Zeitaufwand für die verstärkte Tierbeobachtung. Über den Eierpreis habe er seine Investitionen und die Mehrarbeit bisher allerdings nicht abdecken können. Der Hennenhalter Henner  Schönecke  zeigte sich überzeugt, dass viele Betriebe die Umstellung ohne intensive Betreuung nicht schaffen würden.

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