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Hofreport: 'Betriebsstabilität ist wichtiger als Gewinnmaximierung'

von , am
16.05.2014

Salzdahlum - LAND & Forst stellt die Domäne Salzdahlum vor, einen Verbundbetrieb südöstlich von Braunschweig. Ackerbau, Legehennen, Erdbeeren und ein Hofladen bilden seine Standbeine.

 
Johannes Weber kommt mir entgegen, als ich auf dem Parkplatz vor seinem Hofladen warte, mit Filmkamera und Stativ in der Hand. Heute ist unser erster gemeinsamer Filmtermin in Sachen Hofreport. Alle vier bis sechs Wochen berichte ich in den kommenden Monaten nun per Video von seinem Betrieb, einem Verbundbetrieb gut 12 Kilometer (km) südöstlich von Braunschweig. Heute wollen wir einen Weizen- und einen Maisschlag anschauen sowie den Legehennen einen Besuch abstatten.

Die Domäne Salzdahlum wird bereits seit drei Generationen von der Familie Weber bewirtschaftet. Eigentümer der betriebseigenen Flächen ist das Land Niedersachsen, die Webers haben die Flächen gepachtet. Johannes Weber hat sein Agrarwirtschaftsstudium 2008 beendet. Danach arbeitete der heute 32-Jährige zwei Jahre als Verwalter in Thüringen - die Voraussetzung dafür, dass er jetzt als Betriebsleiter die Domäneflächen pachten darf. Insgesamt gehören sechs Arbeitskräfte zum Betrieb.

Kurze Wege und die Vorteile der Gelbrost-Spritzung

Zur Fahrt auf den Acker nehmen wir das Auto. Die Betriebsflächen liegen durchschnittlich 1,8 Kilometer vom Hofgebäude entfernt. Während wir fahren, schildert Johannes Weber die Betriebsstruktur: "Die Domäne ist breit aufgestellt: Wir bauen Weizen, Gerste, Mais, Zuckerrüben, Raps, Mais, Erdbeeren und Frühkartoffeln an. Wir betreiben einen Hofladen und halten Legehennen." In vielen Betriebsvergleichen würden die Verbundbetriebe weniger gut abschneiden. "Bei uns ist es aber so, dass wir durch die vielen Standbeine relativ stabil dastehen." Das sei für die Domäne Salzdahlum besonders wichtig, weil es sich um einen fast reinen Pachtbetrieb handele. "Die Betriebsstabilität ist für uns eigentlich noch wichtiger als die Gewinnmaximierung", findet Weber.
 
In diesem Jahr tritt der Gelbrost in der Region relativ häufig auf. Dank der vorangegangenen Warnungen durch die Landwirtschaftskammer und seine Berater hat Johannes Weber bereits Mitte April ein breitenwirksames Fungizid ausgebracht, und zwar bei EC 32: "Ist der Gelbrost erst einmal etabliert, bekommt man ihn nur schwer wieder in den Griff. Die Pusteln außen auf der Pflanze kann man dann zwar bekämpfen, aber der Pilz ist auch in den Pflanzen noch aktiv." So hat sich das frühe Eingreifen in diesem Frühjahr gelohnt. Die Weizenpreise seien derzeit auf einem guten Niveau: "So konnten wir das Ertragspotenzial absichern." Die nächste Spritzung nimmt er in diesen Tagen vor.

 
 
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