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Was wird aus Hümmlinger Wäldern?

von , am
20.08.2015

Meppen - Der Landkreis Emsland stellt über 12.000 Hektar Wald unter Schutz, um Fördergelder zu bekommen. 23 Waldbesitzer haben nun eine Normenkontrollklage eingereicht: gegen die Landschaftsschutzgebiet-Satzung "Wälder auf dem Hümmling".

Sorgen um die Zukunft ihrer Wälder (v.l.): Winfried Frölich, Andreas Perkmeyer, Konrad Ubbenjans und Heinz Kirschner. © Friederike Husmann
Die 23 Waldbesitzer vertreten 5.000 Hektar der Fläche. Ihr Vorwurf: Dem Kreis fehlt die fachliche Kompetenz. Der geplante "Naturpark Hümmling" könnte dem Landkreis Emsland Fördergelder in beachtlicher Höhe bescheren. Die Voraussetzungen für die Umsetzung eines Naturparks sind jedoch umfangreich. Insgesamt müssen mindestens 40 Prozent der Fläche eines Naturparks einen Schutzstatus erhalten. Dafür wurden sämtliche Wälder als Landschaftsschutzgebiet (LSG) ausgewiesen. Einziges Kriterium: Zusammenhängende Teilflächen von jeweils mindestens 60 Hektar. Die Schutzwürdigkeit des daraus entstehenden Flickenteppichs wird von den betroffenen Waldbesitzern infrage gestellt.

Alte Kiefernbestände kaum noch zu finden

Das ausgewiesene LSG "Wälder auf dem Hümmling" besteht aus Waldflächen, die fast ausschließlich in Privatbesitz sind. Ziel des Landkreises sei unter anderem der Schutz alter, landschaftsprägender Kiefernbestände. Laut Winfried Frölich, Forstdirektor der Gemeinnützigen Forst- und Grundbesitzverwaltung Arenberg-Meppen GmbH, sind diese Reinbestände in dem betreffenden Gebiet seit dem verheerenden Sturm im Jahr 1972 allerdings kaum noch zu finden. "Wir haben die Wälder weitgehend zu Mischwäldern aus standortgemäßen Nadelbaumarten umgebaut", sagt er.

Inhalt der Schutzverordnung unpräzise

Ein Dorn im Auge ist den Waldbesitzern nicht der geplante Naturpark selbst, sondern der Inhalt der Schutzverordnung. Gebietsfremde Pflanzen dürfen demnach nicht angepflanzt werden. Bestimmend für die Wälder der Region sind unter anderem die Japanlärche und Douglasien, die durch ihre Stabilität auch benachbarte Bäume vor starkem Wind schützen. Durch offene Formulierungen in der Verordnung über das LSG wissen die Waldbesitzer nicht, woran sie sind.
 
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