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RegioAgrar

Immer mehr Wölfe sorgen für ratlose Weidetierhalter

Jan-Gerd Ahlers, LAND & Forst
am
09.03.2018

Gibt es einen Weg, Landwirtschaft und die zu zunehmende Wolfspopulation unter einen Hut zu bringen? Viele Weidetierhalter in Niedersachsen stehen der Ausbreitung des Wolfs ziemlich machtlos gegenüber, und verzweifeln an der Politik.

Podiumsdiskussion auf der RegioAgrar zum Wolf

Die Weideierhaltung in Wolfgebieten war Thema einer von LAND & Forst Chefredakteur Ralf Stephan moderierten Podiumsdiskussion auf der RegioAgrar.
Mit von der Partie die Weidetierhalter Ina Martens und Heiko Schmidt aus der Wesermarsch, Jürgen Göttke-Krogmann aus dem Kreis Vechta, sowie
Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel.

Jürgen Göttke-Krogmann züchtet seit 1995 Galloways und ist links und rechts vom Barnstorfer Wolfsrudel umzingelt: „Bei jedem Kontrollgang habe ich Angst, mit den Folgen eines Übergrifft konfrontiert zu werden. Gerissene, verletzte oder traumatisierte Tiere sind mein Alptraum“. Bisher zählten vor allem Schafe, Ziegen, aber auch drei Mufflons im Landkreis Vechta zu den Opfern der Wölfe.

Es gibt keinen sicheren Zaun

Heiko Schmidt, Vorsitzender des Landesschafzuchtverbandes, hält Rinder und Schafe an der Weser und will auch künftig eine Weidehaltung ohne teure Einzäunung: „Es gibt keinen Weidezaun, bei dem der Wolf nicht reinkommt, und keinen, bei dem die zu schützende Tiere nicht rauskommen.
Ina Martens aus der Wesermarsch, die weißköpfige Fleischschafe züchtet, hat mehrere Tiere verloren, alle durch Kehlbisse getötet. Die betroffene Herde war danach „völlig durch den Wind“. Sie und ihre Familie haben viel Arbeit in die Zucht gesteckt und wollen jetzt Zäune bauen, damit sie ihre Tiere nicht im Stall halten müssen.

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