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Viehzählung

Immer weniger Milchviehhalter in Niedersachsen

Kuh im Melkstand
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Renate Bergmann, LAND & Forst
am
23.12.2016

Der Preisverfall am Milchmarkt hat seine Spuren hinterlassen. Innerhalb der vergangenen zwölf Monate stellten deutschlandweit über 4.000 Milchviehhalter die Produktion ein, in Niedersachsen waren es fast 500.

Die noch vorläufigen Ergebnisse der Viehzählung vom 3. November 2016 zeigen mehr als deutlich die Auswirkungen des katastrophalen Milchpreisverfalls. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes gaben von November 2015 bis November 2016 bundesweit 5,6 % der Milchviehbauern ihre Produktion auf.

Milchkuhbestand nimmt ab

Allein in Niedersachsen schafften fast 500 Betriebe in diesem Zeitraum ihre Kühe ab, davon im vergangenen halben Jahr 330.  Die Anzahl der Milchkühe reduzierte sich  ebenfalls, aber nicht so deutlich. Im Vergleich zur Maizählung wurden  1 % weniger Kühe ermittelt, im Vergleich zum Jahr zuvor waren es 0,5 % weniger. Damit gibt es in Niedersachsen noch knapp 10.100 Betriebe mit 861.000 Milchkühen.

Geht der Bestandsabbau weiter?

Noch eine Zahl fällt ins Auge: In der Gruppe der „weiblichen Rinder zum Schlachten“ wird ein deutliches Bestandsplus gemeldet. So stieg die Zahl der weiblichen Rinder zwischen ein und zwei Jahren deutschlandweit im Vergleich zur Zählung vom November 2015 um 4 %, in der Gruppe über zwei Jahre alten Tiere um 2,4 %. An Kälbern und Jungrindern unter einem Jahr stieg der Bestand um fast 5 %. Im Vergleich dazu:  Die entsprechenden Altersgruppen, die zur Zucht gehalten werden, nahmen um rund 2 % ab.
 

Rinderbestand insgesamt nur leicht gesunken

Der Rinderbestand insgesamt  nahm in Deutschland seit Mai 2016 moderat um 0,8 Prozent auf rund 12,5 Millionen Tiere ab. Der Bestand an Kälbern und Jungrindern sank um 0,3 % auf 3,8 Millionen Tiere. In Niedersachsen wurden 2,6 Millionen Rinder auf 21.300 Betrieben gehalten 0,7 % weniger Tiere und 2 % weniger Betriebe als vor Jahresfrist.

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