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Aus den Regionen

Junge Verbraucher auf Entdeckungstour

von , am
24.06.2015

Wunstorf - Kühe streicheln, Butter schütteln, Futter ertasten: Derzeit läuft wieder die Aktionswoche "Landwirtschaft für kleine Hände", mit rund 2.500 Kindern aus ganz Niedersachsen.

Für viele der Kindergartenkinder ist der Vormittag in der Aktionswoche der erste direkte Kontakt mit der Landwirtschaft © NLV
Auch der Milchhof Arkenberg beteiligt sich an der Aktionswoche "Landwirtschaft für kleine Hände". Am Montag waren Kinder der DRK-Kindertagesstätte in Wunstorf auf dem landwirtschaftlichen Betrieb von Ina und Fred Arkenberg, zur Auftaktveranstaltung der Aktion. "Viele Kinder kennen sich mit der Herkunft unserer Lebensmittel kaum noch aus", betonte Barbara Otte-Kinast, die Vorsitzende des Niedersächsischen LandFrauenverbandes Hannover (NLV), vor rund 30 Gästen aus den Bereichen Politik, Landwirtschaft und Kirche. "Landwirtschaft für kleine Hände" setze in der Verbraucherbildung bei den Kleinsten an.

Nur zufriedene Kühe geben viel Milch

Beim Rundgang über den modernen Familienbetrieb konnten sich Jung und Alt überzeugen: Die rund 120 Milchkühe sind zufrieden. Sie haben genug Platz, können sich selbstständig von Bürsten massieren lassen und zum Melken den Melkroboter aufsuchen. "Nur zufriedene Kühe geben eine große Menge Milch", stellten Ina und Fred Arkenberg klar. Wenn sich ein Tier nicht wohlfühlt, sinke die Milchmenge sofort. Die interessierten Kinder wussten nach ihrem Rundgang, warum alle Kühe eine Ohrmarke tragen, wie sich die Futtersilage zusammensetzt und dass eine Kuh erst ein Kälbchen geboren haben muss, bevor sie Milch gibt.

Falsches Bild durch Werbung

Auch Niedersachsens Landwirtschaftsminister Christian Meyer war zu Gast. Er betonte: "Nicht nur in vielen Kinderbüchern, vor allem auch in der Werbung wird ein Bild von der Landwirtschaft vermittelt, das der Realität in keiner Weise entspricht." Er zeigte sich von der Aktion beeindruckt, die wirklich alle Sinne anspreche, bis hin zum "Atmen der Gerüche von Silage bis Kuhfladen." Über die Erzählungen der Kinder würden auch die Eltern erreicht und fingen an, sich für Landwirtschaft zu interessieren. Im Namen "seines Ministeriums" versprach Meyer, das Projekt auch in Zukunft zu unterstützen.
 
Auf das zu Unrecht schlechte Image der Landwirtschaft in der Öffentlichkeit ging der Vorsitzende des Landvolkkreisverbandes Hannover, Volker Hahn, ein: "Jeder Landwirt, der Tiere hat, kümmert sich sieben Tage die Woche und sieht sich dennoch Anfeindungen ausgesetzt." Das Imageproblem sei groß, viele zögerten sogar, diesen Beruf zu ergreifen, um nicht abseits der Gesellschaft zu stehen. "Öffentlichkeitsarbeit, wie sie die LandFrauen hier leisten, hilft dabei, dieses schlechte Bild geradezurücken."

Aktionswoche schon zum vierten Mal

Ähnliche Erfahrungen wie die Kinder der DRK-Kindertagesstätte in Wunstorf werden bis zum 26. Juni rund 2.500 Kinder auf niedersächsischen Höfen machen. Dabei führen nicht alle Ausflüge in den Kuhstall, auch Betriebe mit Schweine- und Geflügelhaltung sowie Ackerbau geben Einblick in ihre tägliche Arbeit. Die Aktionswoche findet in diesem Jahr zum vierten Mal statt, zum zweiten Mal in Kooperation mit dem LandFrauenverband Weser-Ems und damit niedersachsenweit. Das Projekt wird unterstützt vom Niedersächsischen Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz sowie von Nordzucker.
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