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Pressekonferenz

Kein Land der Massentierhaltung

Ringelschwanz vom Schwein
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Redaktion LAND&Forst, LAND & Forst
am
06.09.2017

Für Niedersachsens Agrarminister Christian Meyer (Grüne) ist der Tierschutzplan eine einzige Erfolgsstory. „Wir sind nicht mehr das Land der Massentierhaltung“, sagte er heute vor Journalisten.

Im Gegenteil: Der Tierschutzplan habe dazu geführt, dass Ställe erst gar nicht mehr gebaut würden. In den Veredelungshochburgen Cloppenburg und Emsland gebe es sogar einen Rückgang der Tierzahlen, stellte Meyer zufrieden fest. Er möchte den Tierschutzplan als „Pionierleistung“ gewertet wissen, der im Konsens mit allen Gruppen – auch Landwirten – erarbeitet wurde.

Völlig ausgeblendet hatte der Minister offenbar, dass sich viel mehr Landwirte am Tierwohl-Programm beteiligen würden, wenn die rechtlichen Rahmenbedingungen dafür stimmen würden. Zuletzt hatten Junglandwirte und Landvolk bemängelt, dass Immissions- und Naturschutzauflagen tiergerechtere Haltungsformen regelrecht verhindern.

Seine Bilanz untermauerte der Grünen-Politiker mit Zahlen. Der „Ausstieg aus der betäubungslosen Kastration“ wurde bislang für 183.000 Ferkel beantragt. Für die „Ringelschwanzprämie“ gibt es 164 Antragsteller mit 215.800 Mastschweinen (Fördersumme 3,5 Millionen Euro). Aus einer Anfrage der CDU-Landtagsfraktion wird deutlich, dass darunter lediglich 49 neue Anträge sind. Die anderen sind „Wiederholer“.

Sauenhaltung im Abferkelstall

Die seit August gültige Sauenprämie für Tiere, die nicht im Kastenstand gehalten werden, wurde bisher von 31 Betrieben mit rund 3.800 Muttersauen beantragt. Davon arbeiten 19 Betriebe konventionell. In Niedersachsen halten bislang noch knapp 2.000 Betriebe Sauen. Die Zahl schwindet rasant. Gerade kleine Betriebe vermissen jegliche Planungssicherheit.

Auf seiner Positivliste hatte Minister Meyer noch den Verzicht auf das Schnabelkupieren und den kompletten Ausstieg aus der Käfighaltung. Warum die von ihm eingesetzte Manuela Dämmrich als Landesbeauftragte für Tierschutz nicht an der Pressekonferenz teilnahm, obwohl sie den „Tieren eine Stimme“ geben wollte, blieb offen. „Wir können dann ja noch einmal eine Pressekonferenz ansetzen“, versprach Meyer.

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