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Kieler Rohstoffwert der Milch auf Rekordtief

von , am
04.08.2015

KIEL - Die Verwertungsmöglichkeiten der Milch über Butter und Magermilchpulver haben sich im vergangenen Monat weiter verschlechtert und den daraus theoretisch abgeleiteten Milchpreis in den Keller geschickt.

Der Rohstoffwert verringerte sich im Vergleich zum Vormonat um 0,8 Cent. © Mühlhausen/landpixel
Nach den aktuellen Berechnungen des Kieler Informations- und Forschungszentrums für Ernährungswirtschaft (ife) lag der Rohstoffwert für ein Kilogramm Standardmilch ab Hof mit 4,0 % Fett und 3,4 % Eiweiß im Juli 2015 nur noch bei 23,7 Cent. Damit wurde das bisherige historische Tief von 23,9 Cent/kg im Mai 2012 unterboten.

Im Vergleich zum Vormonat verringerte sich der kalkulierte Milchwert um 0,8 Cent/kg oder 3,3 %; das Vorjahresniveau wurde um 13,0 Cent/kg beziehungsweise 35,4 % verfehlt. Verantwortlich für das jüngste Nachgeben des Rohstoffwerts war einerseits der Preisrückgang am Milchpulvermarkt: Für 100 kg Magermilchpulver erhielten die Hersteller im Juli durchschnittlich 167,10 Euro; das waren 6,30 Euro oder 3,6 % weniger als im Vormonat. Gleichzeitig hat auch das Milchfett weiter an Wert verloren: Die mittlere Butternotierung belief sich im Juli auf 288,80 Euro/100kg; das waren 3,20 Euro oder 1,1 % weniger als im Juni.

Indikator für die weitere Entwicklung

Das Institut wies allerdings darauf hin, dass bei der Berechnung des Rohstoffwertes beispielsweise Käse und Frischmilchprodukte nicht enthalten sind und zudem längerfristige Lieferkontrakte mit festen Preisvereinbarungen zwischen Herstellern und Abnehmern oder tatsächliche Exportpreise ebenso unberücksichtigt blieben wie Investitionen oder andere Produktionskosten. Deshalb entspreche der Rohstoffwert nicht dem gegenwärtigen Auszahlungspreis einer Molkerei. Er sei aber ein starker Indikator für die zukünftige Milchpreisentwicklung.
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