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Kirschen: Im Alten Land startet die Ernte

von , am
07.07.2015

Jork - Im Alten Land vor den Toren Hamburgs hat die Kirschernte mit frühen Sorten begonnen. Zum Schutz der Früchte vor Regen überdachen immer mehr Obstbauern ihre Plantagen.

An der Niederelbe werden im Schnitt im Jahr etwa 4.500 Tonnen Kirschen gepflückt. © Mühlhausen/landpixel
Im Alten Land vor den Toren Hamburgs sind die ersten Kirschen gepflückt worden. Derzeit sind die frühen Sorten an der Reihe. An der Niederelbe werden im Schnitt im Jahr etwa 4.500 Tonnen Kirschen gepflückt. So groß soll die Ernte auch in diesem Jahr ausfallen. Obstbauer Hauke Meyer vom gleichnamigen Obsthof in Hollern-Twielenfleth im Landkreis Stade hofft auf guten Absatz und gute Preise. Viel Sonnenschein und sommerliche Temperaturen haben den Früchten gut getan: "Die Kirschen schmecken durch die viele Sonne in den letzten Tagen lecker."

Dach gegen Regen

Der Start der Ernte ist in diesem Jahr an der Niederelbe verspätet, im Schnitt wird ab Mitte Juni gepflückt. Bei den frühen Sorten gab es durch die Regentage im Juni bei Meyer größere Ausfälle. "Regen ist das Schlechteste, was Kirschen passieren kann", sagt Martin Kockerols, der Berater und Sortenprüfer in der Obstbauversuchsanstalt in Jork ist. Die Kirschen platzen dann und sind für den Direktverkauf nicht mehr geeignet.
 
Mehrere Obstbauern im Alten Land überdachen deshalb ihre Kirschbaum-Plantagen von Ende Mai bis nach der Ernte. Von der 500 Hektar großen Anbaufläche für Kirschen ist ein Drittel bereits mit Foliendächern versehen. "Der Trend geht weiter. In zwei bis drei Jahren wird die Hälfte überdacht sein", sagt Kockerols. Schäden gebe es durch die Folien nicht. Im Gegenteil: "Die Baumgesundheit ist besser, es gibt weniger Krankheiten." Aus seiner Sicht gibt es vor allem ein großen Vorteil für die Vermarktung der Früchte. "Wir können so auch den Großhandel bedienen und große Liefermengen zusagen." Das sei interessant für Großabnehmer wie Lidl und Rewe, meint Kockerols.

Regina ist Königin

Die Haupterntezeit beginnt erst noch. Die späten Sorten mit ihren knackigen, dicken und festen tiefroten Früchten werden von etwa Mitte Juli an gepflückt. Sie werden meist unter dem Namen "Knubberkirschen" vermarktet. "Das ist keine Sorte", sagen beide Experten. "Die Königin ist die Regina, die kommt zum Schluss", sagt Meyer. Die Sorte wurde in den 1960er Jahren im Alten Land gezüchtet. "Regina hat längst ihren Zug um die Welt angetreten", sagt Kockerols. Sie werde derzeit weltweit am meisten angepflanzt. Die festen Früchte seien auch lagerungsfähig und hierzulande bis Ende August im Verkauf. Die Bäume der späten Sorten sind prall gefüllt mit Kirschen.
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