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Kleingruppenkäfige ab 2025 verboten

von , am
05.10.2015

Die Haltung von Legehennen in sogenannten Kleingruppenkäfigen wird in Deutschland ab 2025 verboten. Bund und Länder haben sich bei der Agrarministerkonferenz (AMK) in Fulda auf dieses Auslaufdatum geeinigt.

Ab 2025 ist die Haltung von Legehennen in sogenannten Kleingruppenkäfigen verboten. © Mühlhausen/landpixel
Nur in Härtefällen soll eine Verlängerung des Bestandsschutzes um maximal drei Jahre bis 2028 möglich sein, neue würden nicht mehr genehmigt. Erfreut über diesen Kompromiss mit Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt zeigten sich vor allem die grünen Agrarressortchefs in Rheinland-Pfalz und Niedersachsen, Ulrike Höfken und Christian Meyer, die sich gemeinsam für einen Ausstieg stark gemacht hatten. Obwohl das Bundesverfassungsgericht schon 2012 die sogenannte Kleingruppenkäfige untersagt habe, habe es kein verbindliches Ausstiegsdatum für die Bestandanlagen gegeben. Höfken und Meyer erwarten jetzt vom Bund eine schnelle Änderung der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung. Die rheinland-pfälzische Ministerin erinnerte darüber hinaus daran, dass der Bundesrat auf Antrag ihres Bundeslandes auch die Ausweitung der Tierschutzkennzeichnung auf verarbeitete Eier in Kuchen und Nudeln gefordert habe. Hier müsse der Bund jetzt ebenfalls unverzüglich handeln, damit der Import verarbeiteter Käfigeier aus dem Ausland gestoppt werde.

Vertrauen der Tierhalter verspielt

Der agrarpolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion in Niedersachsen, Helmut Dammann-Tamke, warf den grünen Agrarministern indes vor, mit der Verkürzung des Bestandsschutzes für die Legehennenhaltung in Kleingruppen um zehn Jahre das Vertrauen der Tierhalter zu verspielen. "Sie haben unter der Voraussetzung einer längeren Laufzeit in ihre heutigen Anlagen investiert und bleiben nun im Zweifelsfall auf ihren Kosten sitzen", kritisierte der CDU-Politiker. Die letzten in Betrieb genommen Anlagen hätten durch den Beschluss nur eine Laufzeit von 13 Jahren. Das sei zu kurz, als dass sich die Investition amortisieren könne.
 
Unzufrieden zeigte sich auch der Deutsche Tierschutzbund, wenn auch aus gegenteiligem Grund. Dessen Präsident Thomas Schröder kritisierte: "Wir wollten einen sofortigen Stopp der tierquälerischen Haltung in Kleingruppenkäfigen - von daher sind wir natürlich enttäuscht." Allerdings sei jetzt klar, dass die Käfighaltung in Deutschland keine Zukunft habe.
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