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Rücktritt

Krach bei der AbL: Pressesprecher Eckehard Niemann will nicht mehr

von , am
13.11.2017

Eckehard Niemann, Pressesprecher der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) Niedersachsen/Bremen, legt seinen Posten als Vorstandsmitglied nieder.

Eckehard-Niemann-ABL
© Sabine Hildebrandt

Zur Erklärung für seinen Rücktritt als Vorstandsmitglied sagte Eckehard Niemann: „Ich bin zunehmend besorgt darüber, dass sich die AbL in wichtigen Bereichen von einer bäuerlichen Interessenvertretung zu einem bloßen Teil der Natur- und Umweltschutz-Szene entwickelt.“ Knackpunkte gab es wohl genügend zwischen Niemann und dem  Bundesverband. Als Beispiele führte Niemann die Regulierung der Wolfsbestände, die Interessenvertretung der „echten“ Bio-Bauern, das Tierwohl-Label in der Schweinehaltung und die Diskussion über die EU-Direktzahlungen an. „Die AbL sieht sich in manchen Bereichen mittlerweile abhängig von mächtigen Bündnis-Organisationen aus dem nichtlandwirtschaftlichen Bereich“, wirft Niemann, der in Bienenbüttel (Lüneburg) wohnt, dem Bundesverband vor.

Sein Appell: „Die AbL muss zu ihren Wurzeln als Vertretung bäuerlicher Interessen gegenüber ökonomischen ‚Marktpartnern‘ und zugleich innerhalb gesellschaftlicher Bündnisse zurückkehren. Darüber ist jetzt eine offene und transparente Debatte angesagt.“ Niemann betont ausdrücklich, dass er Mitglied in der AbL bleibt und sich „künftig klarer und ohne falsche Rücksichtnahmen dazu äußern“ will.

Auf Landesebene wird sein Entschluss offenbar bedauert. Vorsitzender Ottmar Ilchmann sagte dazu gegenüber der LAND & Forst: „In unserem Landesverband gab es bis zuletzt eine vertrauensvolle und konstruktive Zusammenarbeit. Es ist schade, dass inhaltliche Differenzen zu Positionen des Bundesverbandes für Eckehard Niemann nun die Gemeinsamkeiten überwogen haben.“

 

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