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Wie lässt sich Feldarbeit sinnvoll auslagern?

von , am
31.10.2013

Betriebliches Wachstum bietet die Chance auf größere Gewinne, geht aber oftmals mit einer höheren Arbeitsbelastung einher. Damit diese im Rahmen bleibt, bedarf es einer durchdachten Entwicklungstrategie.

Soll die Feldarbeit ausgelagert werden? Eine solche Entscheidung erfordert den Vergleich der Kosten bei Eigen- und Fremdmechanisierung. © Werkfoto
Die Entwicklung der leistungsstarken Technik in der Feldwirtschaft ermöglicht eine hohe Schlagkraft. Die häufig fehlende Auslastung der kapitalaufwändigen Technik verursacht jedoch hohe Festkosten.

Verständlicherweise sieht die Mehrzahl der Betriebe ein wirtschaftlich besseres Entwicklungspotenzial in der Leistungssteigerung und Aufstockung der Tierhaltung. Trotz verbesserter Arbeitsverfahren stößt dabei ein Betrieb mit famlieneigenen Arbeitskräften bald an seine arbeitswirtschaftlichen Grenzen. Je nach Familienstruktur stellt sich dann die Frage, welche Feldarbeiten möglichst dauerhaft durch einen Partnerbetrieb erledigt werden können, wenn die Arbeitszeit knapp wird.

Die eigene Technik ist in der Regel viel teurer

Eine solche Entscheidung erfordert den Vergleich der Kosten bei Eigen- und Fremdmechanisierung, möglichst auf der Basis von Buchführungsdaten, sowie die Berücksichtigung der damit verringerten Arbeitsbelastung. Problematisch sind dabei die Festkosten (Abschreibung, Zinsanspruch für Eigenkapital/Zinskosten bei Fremdfinanzierung, Versicherung, Unterbringung), zumal in der Mehrzahl der Betriebe die jährliche Auslastung zu gering ist.

Die hierzu alternativen Kosten für die überbetriebliche Erledigung durch Maschinenring oder Lohnunternehmer sind allgemein mit einer hohen Auslastung kalkuliert. Die Differenz zwischen den jährlichen Kosten der eigenen und der überbetrieblichen Mechanisierung sind demzufolge erheblich. Selbst wenn in der Praxis nicht alle Feldarbeiten abgegeben werden, wird deutlich, dass die eigene Technik einfach teurer ist. Wird zusätzlich die Arbeitsentlastung wertmäßig berücksichtigt, so steigt der Kostenvorteil bei überbetrieblicher Arbeitserledigung.
 
Die betriebliche Arbeitskapazität ist in der Regel knapp und hat somit "Nutzungskosten" auf Grund alternativer Verwertungsmöglichkeiten, sei es innerhalb oder außerhalb des Betriebes. Wesentlich ist bei der Beurteilung der möglicherweise hoch erscheinenden Maschinenringsätze, dass diese auch die Kosten für die Arbeitszeit beinhaltet.
 
Die Arbeiszeitentlastung kann erheblich sein und notwendig werden, wenn die Schaffenskraft der Altenteiler abnimmt, eine Biogasanlage oder Direktvermarktung zusätzlich aufgenommen werden sollen, insbesondere bei produktionsbedingten Arbeitsspitzen in der Tierhaltung (Ein-/Ausstallen, Fruchtbarkeitsmanagement, Gruppenabferkeln) und Feldwirtschaft (Saat, Ernte). Selbst wenn je nach einzelbetrieblicher Notwendigkeit die Auslagerung der Feldarbeit nur schrittweise vorgenommen wird, so ergibt sich ein Kostenvorteil und eine arbeitswirtschaftliche Entlastung.


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