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Lamm: Echt niedersächsisch!

von , am
01.04.2015

Hannover - Artgerechte Schafhaltung gibt es in Niedersachsen auf 11.685 Betrieben. Eine Liste mit Direktvermarkter von Lammfleisch finden Sie unter schafzucht-niedersachsen.de.

Schafe helfen bei der Pflege von Kulturlandschaften. Sie verhindern die Verbuschung von offenen Flächen. © Mühlhausen/landpixel
Carl Lauenstein, stellvertretender Vorsitzender vom Landesschafzuchtverband Niedersachsen wirbt für niedersächsisches Lammfleisch: "Zu Ostern essen viele gerne Lammbraten! Aber auch für die anstehende Grillsaison ist das Fleisch interessant." Wer einen Anbieter von Lammfleisch sucht, sollte unter www.schafzucht-niedersachsen.de in die Liste mit Direktvermarktern schauen.
 
Der aktuelle Pro-Kopf-Verbrauch von Lammfleisch liegt hierzulande bei unter einen Kilogramm. Das kann Lauenstein nicht nachvollziehen: "Schafe werden hier so gehalten, wie sich viele Menschen gesunde und artgerechte Tierhaltung vorstellen." In Niedersachsen gibt es derzeit 11.685 schafhaltende Betriebe mit insgesamt über 226.000 Tieren. Davon halten nur 23 Betriebe mehr als 1.000 Tiere.

Schafhalter ohne Lobby

"Schafhaltung in Deutschland ist sehr klein strukturiert und eher eine Nische, deshalb fehlt uns auch die Lobby", bedauert Michael Gertenbach, Schafzuchtberater der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Er hält diesen Betriebszweig für unbedingt schützenswert. Auch Lauenstein warnt davor, den Zusatznutzen der Landschaftspflege durch ein Zurückdrängen der Schafe einzubüßen. "Die Tiere halten die Landschaft offen, die sonst vielerorts schnell verbuschen würde. Damit leisten Schafe nicht nur einen Beitrag zum Erhalt der Kulturlandschaft, sondern auch zur Artenvielfalt. Außerdem können Schafe ganzjährig auf der Weide gehalten werden, wenn sie einen trockenen Untergrund und einen Windschutz haben", erklärt der Schafzüchter aus Vechelde.

Weidehaltung wird schwieriger

Zur Lammzeit zwischen November und März werden die trächtigen Muttertiere für die Geburt der Lämmer in den Stall geholt. Sobald es warm genug ist, werden sie wieder gemeinsam auf die Weide gebracht. Die Weidehaltung wird schwieriger. "Flächen zur Beweidung werden immer seltener und so werden die Schafe auf abgelegene Standorte verdrängt", erklärt Lauenstein. Dort lauert das derzeit größte Problem der Schafhalter in Niedersachsen. "Ich bin nicht grundsätzlich gegen den Wolf", sagt Lauenstein, "aber wenn die Politik ihn hier ansiedeln möchte, müssen wir für Verluste angemessen und zügig entschädigt werden!" Die Maßnahmen gegen den Wolf seien teuer und die Zuschüsse für das Errichten von Zäunen oder die Anschaffung von Schutzhunden zu niedrig. Deshalb sieht Lauenstein die Akzeptanz für das Raubtier bei seinen Mitgliedern schwinden.
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