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Landkreis Göttingen: Landwirte fürchten Naturschutzgebiet

von , am
16.09.2015

Göttingen - Ärger um das geplante Naturschutzgebiet "Seeanger, Retlake, Suhletal" im Landkreis Göttingen. Der Landkreis ist verpflichtet, das Gebiet zu sichern. Doch viele Grundstückseigentümer sind dagegen.

Heftiger Protest der Landwirte gegen die "Enteignung". © Mühlhausen/landpixel
Das Gebiet erstreckt sich rund um die Feuchtgebiete in den Gemeinden Landolfshausen, Seulingen, Rollshausen, Seeburg, Ebergötzen, Krebeck und Wollbrandshausen im südlichen Landkreis Göttingen. Die Kreisverwaltung Göttingen ist verpflichtet, das 400 Hektar große Gebiet zu sichern: Die Hälfte davon gehört bereits dem Landkreis, der eine Verschlechterung verhindern muss. Das Land Niedersachsen hat das Areal im Jahr 2004 als Flora-Fauna-Habitat-Gebiet an die EU gemeldet. Gegen die Pläne des Landkreises regt sich der Unmut vieler Grundstückseigentümer, vor allem der Landwirte.

Betroffene machen sich Luft

Bei einem Erläuterungstermin in Landolfshausen machten sich kürzlich zahlreiche Betroffene der 140 Gäste Luft. Auf Plakaten mahnten sie "Landkreis Göttingen enteignet Landbesitzer - Stoppt NSG". Die Besucher äußerten die Befürchtung, dass Drainagen nicht mehr gepflegt werden und dadurch auch andere Flächen ebenso wie Wegeparzellen vernässen und unbrauchbar werden könnten. Auch eventuelle schädliche Einflüsse von außen auf das Gebiet waren Thema der Diskussion, wie z.B. Stichwort Ställe und geplante Stallbauten, aber auch Dünger und Pflanzenschutzmittel.
 
Achim Hübner, Geschäftsführer beim Landvolk Göttingen, forderte die Ausweisung eines Landschaftsschutzgebietes anstatt des NSG ein, um künftige Ansprüche nicht noch weiter ausufern zu lassen. Mitte September berät der Umweltausschuss über das Thema, der Kreistag wird am 5. November über das geplante Naturschutzgebiet entscheiden.
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