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Landesraumordnungsprogramm

LROP: Landwirte standen bei Anhörung auf der Matte

Jan-Gerd Ahlers, LAND & Forst
am
16.02.2016

Oldenburg - Das Landvolk hat die Landesregierung aufgefordert, beim zweiten Entwurf zur Novelle des Landesraumordnungsprogramms (LROP) inhaltlich nachzubessern. Vorige Woche fanden Erörterungen statt. Es ging vor allen Dingen um Torferhaltung sowie -abbau und den Biotopverbund.

Im zweiten Entwurf des Landesraumordnungsprogrammes (LROP) werden nach wie vor einige Punkte kritisch für die Landbewirtschaftung gesehen:

  • fehlende Karten mit angemessenem Maßstab für die genaue Zuordnung der Gebiete,
  • neue Kompensationsgrundlagen bei Torfabbau,
  • falsche Annahmen zu der Moormächtigkeit mit 1,30 m,
  • Grünlanderneuerung in Moorgebieten und
  • das Übersanden.

Kundgebung vor Erörterung

    Zur Unterstützung der Einwände fand direkt vor dem Erörterungstermin eine Kundgebung statt. Jürgen Seeger, Vorsitzender des Kreislandvolkverbandes Oldenburg, äußerte Kritik an Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Grüne): Er würde mit der Novellierung der Raumordnung in weiten Teilen gegen die Interessen einer ordnungsgemäßen Landwirtschaft handeln.

    Er widersprach den Plänen Meyers, bei weiter zugelassenem Torfabbau zusätzliche Kompensationsflächen außerhalb der Abbaugebiete zu verlangen. Zudem wirke sich die geplante Wiedervernässung von Torfabbau- und Kompensationsflächen negativ auf anliegende Nutzflächen aus.

    Nachhaltige Flächenbewirtschaftung mit oberster Priorität

    Andreas Wiese schilderte seine persönliche Betroffenheit. Er bewirtschaftet einen Grünlandbetrieb mit 80 % Moorflächen, überwiegend im Vorranggebiet Torfabbau. Für ihn hat eine nachhaltige Flächenbewirtschaftung oberste Priorität.

    Er befürchtet einen weiter steigenden Flächendruck, wenn Moor mehr und mehr aus der Produktion genommen wird. Auch er lehnt eine zusätzliche Kompensation ab, abgetorfte Flächen sollten wieder landwirtschaftlich zu nutzen sein.

    Grenzverlauf auf Karten des LROP oft nicht zu erkennen

    Dr. Karsten Padeken, Vorsitzender vom Kreislandvolk Wesermarsch, spricht von 7.000 bis 8.000 ha, die in seinem Kreis betroffen sind. Es herrsche große Unsicherheit, weil eine weitere Einschränkung der landwirtschaftlichen Entwicklung befürchtet werde.

    Das vorgelegte Kartenmaterial sei als Arbeitsgrundlage unbrauchbar. "Häufig ist auf den Karten nicht zu erkennen, wo Grenzen verlaufen und wie einzelne Höfe betroffen sind", so Padeken.

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