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Marderhunde breiten sich in Niedersachsen aus

von , am
02.01.2015

Hannover - Der Marderhund fühlt sich in Niedersachsen wohl. Fressfeinde hat er kaum. Für andere Tiere könnte der Allesfresser aber zur Gefahr werden.

Natürliche Feinde haben die Marderhunde kaum. © Mühlhausen/landpixel
Marderhunde breiten sich in Niedersachsen aus. Darauf deutet die stark gestiegene Zahl der von Jägern erlegten Tiere hin. Im abgelaufenen Jagdjahr schossen sie landesweit 1.666 Marderhunde. Dies sind 444 Tiere oder 36 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Die Zahlen sind nach Einschätzung der Landesjägerschaft ein Indiz für die Ausbreitung der Tiere.

Heimische Tiere gefährdet

Natürliche Feinde haben die Marderhunde kaum. Allenfalls Luchs oder Uhu könnten ihnen hierzulande gefährlich werden. Artenschutz-Experten sehen in der Ausbreitung des Marderhundes Gefahren für heimische Tiere. So seien Wasservögel, Sumpfschildkröten oder seltene Amphibien von den Allesfressern bedroht.

In Uelzen und Lüchow-Dannenberg besonders verbreitet

In Niedersachsen leben Marderhunde bisher vor allem in den östlichen und nördlichen Landesteilen. Die meisten Tiere wurden im vergangenen Jagdjahr in den Kreisen Uelzen (262) und Lüchow-Dannenberg (261) geschossen. Es folgen die Kreise Lüneburg (244), Gifhorn (184) und Harburg (125). Im Harz dagegen liefen den Jägern nur vier Exemplare vor die Flinte. Auch in den nordwestlichen Landesteilen sind Marderhunde bisher kaum oder gar geschossen worden.
 
Die ursprünglich aus Ostasien stammenden Marderhunde waren Mitte des vergangenen Jahrhunderts im Westen der damaligen Sowjetunion massenhaft als Pelztiere freigelassen worden. Seither befinden sie sich auf dem Vormarsch Richtung Atlantik. 1962 wurde das erste Tier in Niedersachsen erlegt.
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