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Rotenburg/Wümme

Mieten Sie doch einen Schlachthof!

am Dienstag, 28.08.2018 - 11:18

In Niedersachsen boomen Mobilställe für kleine Geflügelherden. Doch wo sollen die Tiere geschlachtet werden? Mieten Sie doch Ihren eigenen Schlachthof!

Heute freut sich Christian Dodenhoff aus Schleeßel, Landkreis Rotenburg/Wümme, wenn er die Tür zum Anhänger öffnet: Zum Vorschein kommt ein komplett eingerichtetes, gut isoliertes Schlachthaus für Geflügel. Boden und Einrichtung bestehen größtenteils aus Edelstahl, die Wände aus leicht zu reinigenden, glatten Oberflächen aus Sandwichplatten.

Alles ist sehr sauber und auch gut zu desinfizieren. Diesen mobilen Schlachthof kann jeder Halter von kleineren Legehennen-, Hähnchen- oder Entenbeständen mieten – und dazu das Personal für das Schlachten.

Ein weiter Weg

Doch bis zum einsatzbereiten Schlachthof war es ein ziemlich weiter Weg, erzählt Christian Dodenhoff. Er ist Fleischermeister und hat lange Zeit in einer Metzgerei im Nachbarort gearbeitet.

Christian-Dodenhoff-mobiler-Schlachthof

Vor fünf Jahren sattelte er um und arbeitet nun als Klauenpfleger für eine Tierarztpraxis aus dem Elbe-Weser-Dreieck.
Dodenhoff lebt mit Ehefrau Sabine, Tochter und zwei Söhnen auf einem Resthof und hält dort unter anderem auch Hühner. Und u
m die Hühner schlachten zu können, baute er eine kleine Schlachtstätte in einem Container. Das sprach sich schnell herum und heute stehen Geflügelhalter aus der Region Schlange, wenn einmal in der Woche Schlachttag ist.

Es fehlten Alternativen

Die große Nachfrage brachte Dodenhoff auf die Idee, sich eine mobile Schlachtanlage bauen zu lassen: „Hier in der Region gibt es eine ganze Reihe von Betrieben, die für ihre Direktvermarktung Legehennen in Mobilställen halten. Die Hennen müssen irgendwann geschlachtet werden. Und auch Hähnchen werden hier mittlerweile in Mobilställen gemästet.

Auf den Betrieben ist das Schlachten bei 100 oder 200 Tieren schon allein personalmäßig in der Regel nicht zu bewältigen und mit den Tieren stundenlang bis zur nächsten Schlachtmöglichkeit zu fahren, ist auch nicht die Ideallösung“, erzählt er von seinen Überlegungen.

 

Wie sein mobiler Schlachthof Realität wurde, lesen Sie in der aktuellen LAND & Forst, Ausgabe 35