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Milchpreis: Agrarminister setzt auf Weidemilch

von , am
16.06.2015

Seit April gibt es keine EU-Milchquote mehr und der Milchpreis fällt. Niedersachsens Agrarminister Meyer spricht von einer Milchkrise. Das Weidenmilchprogramm soll Abhilfe schaffen.

Pressekonferenz im Agrarministerium. © Hildebrandt

Rund 100 Tage nach dem Aus der EU-Milchquote spricht Niedersachsens Agrarminister Christian Meyer (Grüne) von einer "Milchkrise". Der stetig sinkende Milchpreis hätte derzeit eine existenzbedrohende Grenze für die Landwirte erreicht, sagte der Politiker am Montag auf einer Pressekonferenz. Seit dem Wegfall der Quote habe sich die Situation verschärft. Es sei zu viel Milch auf dem Markt. Das niedersächsische Weidemilchprogramm soll den Milcherzeugern nun helfen, höhere Preise für ihre Milch verlangen zu können.

Produktionskosten nicht gedeckt

Doch die Landwirte selbst sind skeptisch. Bereits im Januar dieses Jahres hätten die Landwirte mehr Geld in die Produktion der Milch stecken müssen, als sie im Anschluss im Verkauf dafür bekommen haben. "Rund 32 Prozent der Produktionskosten waren nicht gedeckt", sagte der Vorsitzende des Bundesverbandes Deutscher Milchviehhalter (BDM), Romuald Schaber, der landesweit etwa 2.000 Milchbauern vertritt. Die Erzeugerpreise für ein Kilo Milch lägen derzeit bei 27 bis 29 Cent. Die Produktion eines Kilos koste jedoch rund 45 Cent. Die Supermärkte würden die Preise noch weiter drücken, ergänzte Agrarminister Meyer.

Niedersachsen als Weideland

Ein eigenes Label für Weidemilch soll dem nun Abhilfe schaffen. "Niedersachsen ist das Weideland Nummer eins in Deutschland", sagte Meyer. Das Produkt Weidemilch müsse nun wirksam vermarktet werden. Mit Verbraucherverbänden spreche man gerade über ein Label, das die Weidenmilch aus Norddeutschland prägen könnte. Zu welchem Zeitpunkt das Markenzeichen umgesetzt werde, konnte das Ministerium noch nicht klar sagen.
 
Der Landesbauernverband Niedersachsen nannte solche Initiativen einen "Sahnetupfer" - da nur weniger als fünf Prozent der landesweit erzeugten Milch als Trinkmilch verkauft werde. Der viel größere Anteil der Milch werde weiterverarbeitet, sagte eine Sprecherin des Verbandes. Die spezielle Vermarktung als Weidemilch ist laut dem Landvolk lediglich eine hochpreisige Nische.
 
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