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Aus den Regionen

Minister Meyer möchte Düngekataster

von , am
24.10.2013

In der niedersächsischen Landwirtschaft fallen jährlich 39 Mio. t Gülle und rund acht Mio. t Festmist an. Die Verteilung des Nährstoffes ist landesweit sehr unterschiedlich. Dies geht aus dem Nährstoffbericht hervor.

Eine große Bedeutung als Drehscheibe für Wirtschaftsdüngerströne kommt den gut 1.400 Biogasanlagen im Land zu. © landpixel
Niedersachsen legt als erstes Bundesland eine umfassende Dokumentation der Nährstoff-Kreislaufwirtschaft vor. Der im Auftrag des niedersächsischen Landwirtschaftsministeriums von der Landwirtschaftskammer (LWK) Niedersachsen erstellte "Nährstoffbericht 2012/2013" verschafft eine Übersicht darüber, wo wie viel Wirtschaftsdünger und Gärreste erzeugt und ausgebracht werden.
 
Grundlage des Berichtes sind elektronische Meldedaten, die von den meldepflichtigen Betrieben in eine Datenbank der LWK nach den Vorgaben der Landesverordnung über die Meldepflicht für Wirtschaftsdünger (seit Juli 2012 in Kraft) gemeldet wurden. Insgesamt haben 10.388 Abgeber mit 112.000 Einzelmeldungen die Nährstoffabgabe unter Angabe der Wirtschaftsdüngerart, der Menge, des Transporteurs sowie der Adressen von 17.878 aufnehmenden Betrieben dokumentiert.
 
Das Ergebnis: Der größte Teil, 26 Millionen Tonnen, verwenden die Landwirte wieder zur Düngung der eigenen Felder verwendet. Von den restlichen 21 Millionen Tonnen werden sechs Millionen Tonnen zur energetischen Nutzung in Biogasanlagen eingesetzt.  Die übrigen 15 Millionen Tonnen geben die Bauern an andere Betriebe oder in andere Regionen und Bundesländer ab.
 
Aufgrund der noch nicht berücksichtigten Menge von mineralischem Stickstoff, der zusätzlich eingesetzt wird,  ergibt sich landesweit ein Stickstoffüberschuss. Dieser Überschuss bedeutet in einigen Regionen eine Belastung für das Grundwasser. Mit Blick auf die anstehende Verschärfung des Düngerechts sehen Landesregierung und Landwirtschaftskammer deshalb Handlungsbedarf für weiterführende Maßnahmen. Minister Meyer drängt auf ein Düngekataster. Gleichzeitig müsse die Düngeberatung intensiviert werden, heißt es in der Pressemitteilung.
 
"Unsere Landwirte nehmen die Vorgaben des Düngerechtes sehr ernst". Mit diesen Worten reagiert Landvolkpräsident Werner Hilse in einer Pressemitteilung auf die Veröffentlichung. Nach Einschätzung Hilses seien damit alle Vorwürfe als gegenstandslos entkräftet, wonach Böden in den Veredlungsregionen des Landes systematisch und gesetzeswidrig mit Gülle oder Gärresten überdüngt würden. CDU-Agrarexperte Helmut Dammann-Tamke forderte die Landesregierung auf, in der Frage der Nährstoffverteilung konstruktive Lösungsvorschläge anstatt weiterer Bürokratie zu schaffen. SPD-Agrarexperte Wiard Siebels sah dagegen in einigen Landesteilen eine Gefahr für das Grundwasser. Er begrüßte die vom Ministerium angestrebte Neuregelung.
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