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Mühlenwirtschaft im Wandel

von , am
17.08.2015

Bonn - Mehr Getreide aus immer weniger Mühlen: Auch in Niedersachsen, einem wichtigen deutschen Mühlenstandort, unterliegt die Mühlenwirtschaft einem deutlichen Strukturwandel.

Insgesamt wurden im Bundesgebiet 2013/14 rund 9,1 Mio. Tonnen Getreide vermahlen. © Mühlhausen/landpixel
Der Strukturwandel macht auch vor der deutschen Mühlenwirtschaft nicht halt, denn immer weniger Unternehmen verarbeiten mehr Getreide. Wie die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) am vergangenen Freitag mitteilte, ist die Zahl der meldepflichtigen Mühlen im vergangenen Wirtschaftsjahr 2013/14 gegenüber dem Vorjahreszeitraum bundesweit um 5 Betriebe auf 213 Unternehmen zurückgegangen. Im Bundesgebiet sind laut BLE mit 60 Unternehmen die meisten Mühlen in Bayern ansässig; dahinter folgte Baden-Württemberg mit 55 Betrieben. Mit einer Mahlmenge von zusammen 2,07 Mio. Tonnen Getreide verarbeiteten die beiden südlichen Bundesländer aber kaum mehr Korn als die 20 Mühlen in Nordrhein-Westfalen mit 2,02 Tonnen. Wichtige Mühlenstandorte sind auch Niedersachsen mit 15 Betrieben, die es 2013/14 auf eine Vermahlung von 1,50 Mio t brachten sowie Thüringen und Sachsen-Anhalt mit zusammen 12 Unternehmen und einer Verarbeitungsmenge von 1,57 Mio. Tonnen.
 
Insgesamt wurden im Bundesgebiet 2013/14 rund 9,1 Mio. Tonnen Getreide vermahlen; das waren 1,7 Prozent mehr als im vorherigen Wirtschaftsjahr. Dabei bekamen die Müller mit gut 8,7 Mio. Tonnen vor allem Brotgetreide von den Erzeugern geliefert, wobei Weichweizen mit einem Anteil von 90 Prozent klar vor Roggen mit 10 Prozent rangierte. Die durchschnittliche Vermahlung je Betrieb nahm gegenüber 2012/13 um 3.769 Tonnen oder 9,7 Prozent auf 42.521 Tonnen Getreide zu. Zu Anfang des Jahrtausends war die betriebliche Mahlleistung nicht einmal halb so hoch. Zudem wurden in den Mühlen während des vergangenen Wirtschaftsjahres noch 391.882 Tonnen Hartweizen verarbeitet; das waren 0,7 Prozent mehr als in der vorangegangenen Periode.

Bundesweit 6,7 Mio. Tonnen Mehl

Hauptprodukt der Mühlenwirtschaft ist Mehl, von dem 2013/14 bundesweit über 6,7 Mio. Tonnen hergestellt wurden; im Vorjahresvergleich entsprach das einem Zuwachs von 257 153 Tonnen oder 4 Prozent. Dabei legte die Erzeugung von Weizenmehl um 4,7 Prozent auf rund 6 Mio. Tonnen zu, während sich der Negativtrend bei Roggenmehl mit einem Minus von 1,9 % auf 701.600 Tonnen fortsetze.
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