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Neue Regelungen zur Pflanzenschutz-Sachkunde

von , am
16.07.2013

Oldenburg - Seit 6. Juli 2013 ist die neue Sachkunde-Verordnung in Kraft. Der Nachweis zur Erlaubnis für Anwendung oder Verkauf von Pflanzenschutzmitteln hat nun Scheckkartenformat.

Die Frist zur Beantragung eines neuen Sachkundenachweises für "Altsachkundige" läuft bis zum 26. Mai 2015. © LWK Niedersachsen
Auf Grundlage dieser neuen Verordnung muss jeder, der beruflich Pflanzenschutzmittel anwendet, Pflanzenschutzmittel verkauft (auch über das Internet), andere Nicht-Sachkundige anleitet oder beaufsichtigt oder  über den Pflanzenschutz berät, einen Sachkundenachweis beim zuständigen Pflanzenschutzdienst beantragen. Dies gilt auch für bereits Sachkundige. Der Sachkundenachweis wird nun im Scheckkartenformat ausgestellt, meldet die Landwirtschaftskammer Niedersachsen.

Anträge für neuen Nachweis beim Pflanzenschutzamt der LWK

Die neuen Nachweise können ab Mitte August beim Pflanzenschutzamt über die Internetseiten der Landwirtschaftskammer Niedersachsen (LWK) gegen eine Gebühr beantragt werden. Ab dann wird dort auch ein Antragsformular bereit stehen. Dieses muss ausgefüllt zusammen mit einer Kopie des bisherigen Sachkundenachweises (Sachkundezeugnis oder Ausbildungsnachweis) per e-mail, Fax oder Post an das Pflanzenschutzamt der Landwirtschaftskammer geschickt werden. Nach Prüfung der Antragsdaten und des vorgelegten bisherigen Sachkundenachweises bzw. nach Prüfung der vorgelegten Unterlagen wird ein entsprechender Bescheid zugehen.

Alte Sachkundenachweise sind bis 2015 gültig

Die neuen Sachkundenachweise im Scheckkartenformat wird sich voraussichtlich bis Mitte nächsten Jahres hinziehen, da das bundeseinheitlich geregelte Verfahren für den Druck und den Aufbau einer zentralen Datenbank aus technischen und rechtlichen Gründen jetzt erst anlaufen konnte. Bereits Sachkundige haben bis zum 26. Mai 2015 Zeit, einen solchen Antrag zu stellen.
 
Bis November 2015 behalten die alten Sachkundenachweise (also anerkannter Berufs- oder Studienabschluss oder Zeugnis über eine bestandene Sachkundeprüfung) ihre Gültigkeit. Das gilt auch für eventuelle Kontrollen.

Regelmäßige Fortbildung im Pflanzenschutz

Alle Sachkundigen sind verpflichtet, jeweils innerhalb eines Zeitraums von drei Jahren an einer anerkannten Fortbildungsmaßnahme teilzunehmen.
  • Für Sachkundige, die am 14.02.2012, dem Tag des Inkrafttretens des neuen Pflanzenschutzgesetzes, sachkundig waren, begann die erste 3-Jahresfrist zur Fortbildung bereits am 1. Januar 2013 und endet am 31.12.2015.
  • Für alle Sachkundigen, die nach dem 14.02.2012 sachkundig geworden sind oder es noch werden, beginnt die erste 3-Jahresfrist ab dem Tag der Ausstellung des neuen Sachkundenachweises.
  • In Einzelfällen ist gegebenenfalls folgende Sonderregelung zu beachten: falls bei sachkundeanerkannten Berufsabschlüssen nach dem 14.02.2012 zwischen dem Tag der Antragstellung für den neuen Sachkundenachweis und dem Ausstellungstag des Zeugnisses mehr als 3 Jahre vergangen sind, muss der Antragsteller zusätzlich die Teilnahme an einer anerkannten Fortbildung nachweisen.

Teilnahme an Fortbildungsveranstaltungen wird künftig kontrolliert

In Niedersachsen wird die regelmäßige Teilnahme an einer anerkannten Fortbildungsveranstaltung ab 2016 kontrolliert. Neben dem neuen Sachkundenachweis ist dann eine entsprechende Teilnahmebescheinigung vorzulegen. Fehlt diese, wird eine Frist gesetzt, um nachträglich an einer anerkannten Fortbildungsmaßnahme teilzunehmen. Erst wenn dieser Fristsetzung nicht nachgekommen wird, kann die Kontrollbehörde den Sachkundenachweis widerrufen. Zur Wiedererlangung des Sachkundenachweises muss dann eine spezielle Sachkundeprüfung bestanden werden.

Anerkennung von Fortbildungsveranstaltungen

Fortbildungsveranstaltungen zur Pflanzenschutzsachkunde, die in Niedersachsen durchgeführt werden, müssen grundsätzlich vom Pflanzenschutzamt der Landwirtschaftskammer anerkannt sein. Bei Kontrollen werden Teilnahmebescheinigungen von nicht anerkannten Fortbildungsveranstaltungen nicht akzeptiert. Die vom Pflanzenschutzdienst an den Bezirksstellen der Landwirtschaftskammer Niedersachsen durchgeführten Vortragsveranstaltungen im Winter gelten als anerkannte Fortbildungsmaßnahme. Sonstige Anbieter müssen die Anerkennung ihrer Veranstaltungen beim Pflanzenschutzamt gesondert beantragen. Auch dazu wird ab Mitte August ein Antragsformular an dieser Stelle zur Verfügung gestellt. Vor der beabsichtigten Teilnahme an einer Fortbildungsmaßnahme empfehlen wir deshalb, sich vorher zu erkundigen, ob eine solche Anerkennung vorliegt.
 
Die neue Sachkunde-Verordnung findet sich auch im Internet unter http://www.gesetze-im-internet.de/pflschsachkv_2013/index.html.     


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