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LWK-Erntebilanz

Niedersachsen bleibt Kartoffelland Nummer eins

Anhänger mit Kartoffeln und Landwirt im Hintergrund
dpa/Ini
am
13.10.2016

Badbergen - Die Ernte fällt regional wegen diverser Wetterkapriolen sehr unterschiedlich aus. Hier die Ergebnisse der Erntebilanz von der Landwirtschaftskammer.

Die Ackerbaubetriebe in Niedersachsen haben in diesem Jahr mit großen Wetterkapriolen fertig werden müssen: Kühles Wetter im Frühjahr, Trockenheit, Starkregen im Sommer und Trockenheit im Spätsommer führten zum Teil zu Pilzerkrankungen und schlechten Ernten. So beschrieb der Präsident der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, Gerhard Schwetje, die Situation bei der Erntebilanz in Badbergen (Kreis Osnabrück). Dabei habe es aber regional auch große Unterschiede gegeben. 

Die noch laufende Kartoffelernte liege zum Beispiel ersten Einschätzungen zufolge in diesem Jahr leicht unter dem Vorjahresniveau, sagte Schwetje. Dennoch freuten sich die Landwirte im Vorjahresvergleich über zwölf Prozent bessere Preise bei Speisekartoffeln. Er rechne aber nicht damit, dass die Verbraucher die höheren Erzeugerpreise in den Geschäften zu spüren bekämen, meinte Schwetje.

Kartoffel-Anbaufläche konstant geblieben

Auch die Landwirte, die Kartoffeln für Chips und Pommes liefern, haben laut Kammer gute Preise erzielt. Das liege an einer schlechten Ernte in den Hauptanbaugebieten in Benelux und dem Niederrhein. Die Kartoffel-Anbaufläche sei mit 106.800 Hektar konstant geblieben. "Damit bleiben wir mit Abstand das größte kartoffelbauende Bundesland in Deutschland."

Auch die Zuckerrübenernte läuft noch. Die Rüben haben der Kammer zufolge das wechselhafte Wetter gut verkraftet. Die Landwirte erwarten eine durchschnittliche Ernte. Weil es in den vergangenen sechs Wochen kaum geregnet habe und sehr sonnig war, seien sehr süße Rüben herangewachsen, sagte Swetje.

Klimawandel bringt Veränderungen

Die Landwirtschaft in Niedersachsen müsse sich auf den Klimawandel einstellen, sagte der Kammerpräsident. So werde die jährliche Niederschlagsmenge zunehmen. Die Sommerniederschläge würden geringer ausfallen. "Wir müssen uns also was einfallen lassen, wie wir überschüssige Winterniederschläge oder auch das Wasser aus Starkregenfällen im Sommer in der Region behalten."

Wegen der steigenden Jahresdurchschnittstemperatur sei auch der Anbau von Pflanzen denkbar, die es im Moment noch nicht oder kaum in Deutschland gebe - etwa die Sojabohne, die bislang überwiegend importiert wird.

Klimaschutz ernst nehmen

Auch den Klimaschutz nehme die Landwirtschaft ernst, sagte Swetje. Zu den Plänen von Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD), die Klimaauswirkungen auch der Landwirtschaft zu verringern, sagte der Kammerpräsident, dass die deutsche Landwirtschaft einen vergleichsweisen kleinen Ausstoß des Klimagases CO2 habe. Eine Verringerung der CO2-Emissionen um 50 Prozent werde eine geringere Produktion zur Folge haben. "Bei den politischen Überlegungen dürfen die Emissionen aus Produktionsverlagerungen nicht völlig ausgeblendet werden."

Nach den wirtschaftlich schweren Jahren für Milch- und Schweinebauern müssen sich in den kommenden Jahren laut Swetje auch die Ackerbauern auf eine härtere Zeit einstellen. "Eine schwierige Phase liegt möglicherweise auch im Ackerbau vor uns."

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