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Hitzeschäden

Niedersachsen: Hitzewelle beeinträchtigt Ernte

Maishäcksler erntet
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Birgit Greuner, LAND & Forst
am
15.09.2016

Ausgeprägte Wärme und Trockenheit sorgt auf den Feldern und in den Wäldern Niedersachsens nicht nur für Probleme bei der Mais-, Kartoffel- und Rübenernte.

Die für diese Jahreszeit ungewöhnliche Wärme und Trockenheit wird für die Landwirte in Niedersachsen zum Problem. Während die Getreideernte bereits abgeschlossen ist, haben die Bauern mit den Folgen fehlenden Regens und mit Temperaturen von über 30 Grad zu kämpfen. Auf den Mais-, Kartoffel- und Zuckerrübenäckern kann das aktuelle Klima zu technischen Schwierigkeiten bei der Ernte sowie zu reduzierten Erträgen führen. In den Wäldern steigt die Gefahr von Waldbränden und von Schädlingsbefall.

Schwierige Kartoffelernte besonders auf schweren Böden

„Durch die Hitze gibt es auf schweren Böden erhebliche Probleme bei der Kartoffelernte. Die Erde ist durch die Hitze so hart, dass sie sich nur schwer von den Kartoffeln trennen lässt", erklärt Dr. Rolf Peters, Sachgebietsleiter für Kartoffeln bei der LWK Niedersachsen. Weil die Kartoffeln sehr warm sind, ist das Risiko einer Fäulnis größer als gewöhnlich.

Die Empfehlung an die Landwirte lautet daher: Kartoffeln nicht ernten, wenn sie wärmer sind als 25 Grad. Das bedeutet, dass die Ernte an heißen Tagen nur von früh morgens bis mittags laufen sollte. Die Hitze trifft nur noch späte Kartoffelsorten für die Produktion von Stärke und Pommes Frites. Es wird eine merkliche Ertragsreduktion erwartet. "Wir wissen aber noch nicht, in welcher Höhe.“

Auf schweren Tonböden können Rüben abbrechen

„Die Zuckerrübe kommt mit dem Wetter ganz gut zurecht und bildet momentan in der Wärme gut Zucker. Auf schweren Tonböden gibt es jedoch aktuell das Risiko, dass Rüben bei der Ernte abbrechen können", weiß Dr. Ulrich Lehrke, Pflanzenbauberater bei der LWK Niedersachsen.

Dort sollten die Bauern am besten warten, bis Regen den Boden wieder etwas auflockert. Denn die Erntezeit für Zuckerrüben zieht sich ja noch bis weit in den Herbst. Und wenn es regnet, legen die Rüben nochmal an Größe zu.

Probleme beim Mais regional unterschiedlich

„Der Mais hat sich das Jahr über vielerorts gut entwickelt und ist nun erst auf der Zielgeraden von der Hitze erwischt worden – deswegen werden sich die Einbußen nach unserer Einschätzung in Grenzen halten", berichtet Karl-Gerd Harms, Berater für Silo- und Körnermais bei der LWK Niedersachsen.

Regional sind jedoch in Bezug auf Trockenheit große Unterschiede festzustellen: Im Raum Hannover wird der Mais nun schnell welk und sollte auf den Punkt genau zügig geerntet werden, bevor die Pflanze abstirbt. Im nördlichen Niedersachsen dagegen gibt es beim Mais bislang wenig Probleme mit der Trockenheit.

Waldbrandgefahr als Hauptsorge

Rudolf Alteheld, Leiter des Geschäftsbereichs Forstwirtschaft bei der LWK Niedersachsen : „Die Waldbrandgefahr ist aktuell unsere Hauptsorge. Es ist für diese Jahreszeit extrem trocken. In allen Waldbeständen, ganz besonders in den Nadelholzbeständen mit viel Rohhumus aus abgeworfenen Nadeln, reicht eine achtlos weggeworfene Zigarette oder eine Glasscherbe, um ein Feuer zu entfachen."

Dazu kommt das Risiko von Funkenflug, der zum Beispiel beim Grillen entstehen kann. Hier ist ganz besondere Vorsicht geboten. Unsere Laubbäume wie etwa die Buchen oder Birken reagieren auf sandigen Böden und in höheren Lagen des Landes auf die Trockenheit: Sie werfen bereits jetzt erste Blätter ab, um sich vor Austrocknung zu schützen. Dieser frühe Laubabfall ist sehr außergewöhnlich.

Das derzeitige Wetter begünstigt außerdem die Ausbreitung der Kiefernbuschhornblattwespe in Privatwäldern in der Südostheide: Dieser gefährliche Schädling legt seine Eier in Kiefernbeständen in den Nadeln ab. Die notwendige Bekämpfung der Kiefernbuschhornblattwespe hat am Mittwoch auf knapp 1.000 Hektar begonnen. Sonst wären diese Flächen von Kahlfraß durch die Larven bedroht.

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