Login
Forderungskatalog

Niedersachsen: Jäger und Angler fordern mehr Mitsprache

Jäger mit Gewehr am Anschlag
Thumbnail
Birgit Greuner, LAND & Forst
am
05.10.2017

Ein klares Bekenntnis zum Jagdgesetz und mehr Mitspracherecht: Was Niedersachsens Jäger und Angler von der künftigen Landesregierung fordern.

Die Landesjägerschaft Niedersachsen (LJN) und der Anglerverband Niedersachsen (AVN) haben gestern ihre Forderungen an die künftige niedersächsische Landesregierung veröffentlicht. Es sei an der Zeit, die fachliche Expertise von Jägern und Anglern in ihren Themenfeldern anzuerkennen, mahnten der stellvertretende Präsident der Landesjägerschaft, Ernst-Dieter Meinecke, und der Vizepräsident des Anglerverbandes, Heinz Pyka, in einer gemeinsamen Presseerklärung.

"Es muss Schluss sein mit einer Zwei-Klassen-Behandlung der anerkannten Naturschutzverbände“, heisst es darin. Dies gelte sowohl im Hinblick auf Verordnungen für Schutzgebiete als auch für Gesetzes- oder Verordnungsvorlagen.

Niedersächsischer Jäger- und Anglerverband immer dialogbereit

Beide betonten, dass ihre Verbände immer den Dialog gesucht haben und konstruktive Gespräche auch zukünftig begrüßen würden. „Die Landesjägerschaft ist die Interessensvertretung der Jäger in Niedersachsen“, so Meinecke. Trotzdem seien ihre fachlichen und wildbiologischen  Anmerkungen und Argumente in originär jagdpolitschen Fragestellungen in der Vergangenheit leider kaum berücksichtigt worden.

Als Beispiele führte er die Novellierung der Jagdzeitenverordnung in 2014 sowie die Diskussionen um die "Kleine Novelle" des Niedersächsischen Jagdgesetzes an.

Heinz Pyka vom Niedersächsischen Anglerverband kritisierte die unbegründeten Angelverbote in Natura 2000-Gebieten. Für Niedersachsens Gewässer werde sein Verband mögliche Verbotsszenarien auch weiterhin fachlich dezidiert kritisieren und hoffe auf Einsicht sowie Dialogbereitschaft bei den zuständigen Naturschutzbehörden.

Bekenntnis zum niedersächsischen Jagdgesetz gefordert

Folgende Erwartungen haben die Niedersächsischen Jäger und Angler an die künftige Landesregierung:

  • ein deutliches Bekenntnis zum aktuellen niedersächsischen Jagdgesetz.
  • der Verzicht auf Ökologisierungsbestrebungen aus rein ideologischen Gründen.
  • eine konstruktive Überarbeitung der  Jagdzeitenverordnung, die den tatsächlichen Anforderungen gerecht wird und auf kontraproduktive Einschränkungen der Jagdzeiten oder gar deren Aufhebung verzichte.
  • die Beachtung und Umsetzung des geltenden Grundsatzes, dass nicht die Jagdausübung begründet werden muss, sondern umgekehrt deren Einschränkung. 
  • Unterstützung für eine Änderung des Fischereigesetzes, so dass Kinder die Fischerprüfung mit 12 und nicht erst mit 14 ablegen dürfen. 
  • Stärkere Berücksichtigung erwarten die beiden Landesverbände zukünftig auch bei der Betreuung von ökologischen Stationen.
  • Die Ergebnisse der vielfältigen Forschungsprojekte beider Verbände zum Wohle der Artenvielfalt müssten Eingang in Förderprogramme des Landes Niedersachsen finden.

Niedersachsen praktiziert "institutionalisierte Förderung"

Die beiden Landesverbände kritisierten außerdem die seit einigen Jahren praktizierte institutionalisierte Förderung durch das Land Niedersachsen: Mit dem Landesbüro Naturschutz (LABÜN) gebe es eine GbR in Niedersachsen, die mit mehreren Hunderttausend Euro pro Jahr, komplett aus dem Landeshaushalt finanziert werde, ausschließlich aber die Interessen von vier offenbar willkürlich ausgewählten Naturschutzverbänden vertrete.

Es sei nicht nachvollziehbar, wenn ein zuständiges Ministerium auf eine Anfrage dazu antworte, dass natürlich auch Jäger und Angler von diesem Büro profitieren könnten, wenn sie denn dafür bezahlten.

Mit Material von Landesjägerschaft Niedersachsen, Anglerverband Niedersachsen
Auch interessant