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Wetterchaos

Niedersachsen: Überschwemmungen durch Dauerregen

Ein Bach ist über die Ufer getreten und hat eine Straße überschwemmt.
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Werner Raupert, LAND & Forst
am
25.07.2017

Niedersachsen im Ausnahmezustand: 130 Liter Regen in 24 Stunden. Regentief Alfred wütet seit gestern. Die Landwirte sind wegen der Unwetter in Alarmstimmung.

Seit gestern sind durch das Regentief Alfred in Niedersachsen regionsweise bis zu 130 Liter Regen in 24 Stunden gefallen. Wie sieht es auf den Feldern aus? In vielen Regionen wurden die sonst üblichen Regenmengen im Zeitraum um das Doppelte bis Dreifache übertroffen. Bei der bundesdeutschen Regen Top Ten der Unwetterzentrale liegt Torfhaus mit 131 Litern pro Quadratmeter ganz vorne.

Die Landwirte in Niedersachsen sind in Alarmstimmung, so auch die Grünlandbauern. Oft steht der saftige dritte Schnitt noch auf den Feldern. Und wegen des aufgeweichten Untergrundes gibt es keine Möglichkeit, das hochwertige Futter zu ernten.

Regen erschwert die Ernte

Und die Großwetterlage soll auch bis Mitte nächster Woche unbeständig bleiben. Die Bauern blicken immer sorgenvoller gen Himmel, denn für das erntereife Getreide ist das keine gute Nachricht. Nur gut, dass die Wintergerste weitgehend ab ist.

Doch für Roggen und Triticale wird es immer enger, insbesondere wenn das Getreide ins Lager gegangen ist. Ernteerschwernisse, Mindererträge, Auswuchs und erhöhte Trocknungskosten sind einzukalkulieren. Die Bestände werden immer grauer, weil sich Schwärzepilze breit machen.

Unwetter gefährden Weizenqualität

Auch bei Weizen hat sich die Situation durch die extremen Regenfälle von Montag auf Dienstag verschärft. Die Bestände gehen immer mehr in die Knie. Ob die Qualitäten halten, weiß zurzeit keiner. In lagernden Beständen droht das größte Unheil, insbesondere wenn es weiter regnet.

Dazu kommt, dass die lagernden Bestände wie in der Region Nienburg durch Unkraut- und Kartoffeldurchwuchs wieder ergrünen. Ein weiteres Problem ist, dass die Maschinen nach dem Dauerregen auch nicht auf die durchgeweichten Äcker kommen.

In Kartoffeln nimmt dazu der Druck durch Kraut- und bakterielle Nassfäule immens zu. Wichtige Anschlussspritzungen fallen bei Dauerregen ins Wasser.

Weizenerträge in Südniedersachsen enttäuschend

Glücklich können die Bauern sein, die am letzten Wochenende schon Teile des Weizens auch mit höheren Feuchtegehalten gedroschen haben. Die Qualität hat hier noch gepasst, die Fallzahlen waren auf einem guten Niveau.

Ernüchternd waren aber die Kornerträge. Statt der erwarteten 10 bis 11 t/ha haben die Bauern in Südniedersachsen im Mittel nur enttäuschende 8 t/ha eingefahren.

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