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Niedersachsen warnt vor Gefahr durch Eichenprozessionsspinner

Eichenprozessionsspinne-Warnschild
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Birgit Greuner, LAND & Forst
am
28.06.2019

Der Eichenprozessionsspinner breitet sich auch in Niedersachsen massenhaft aus. Das Gesundheitsamt warnt vor den Gefahren.

Auch in Niedersachsen tritt seit über zehn Jahren eine flächige Massenvermehrung des Eichenprozessionsspinners (Thaumetopoea processionea) aus. Es handelt sich um eine Falterart beziehungsweise deren haarigen Raupen.

Der Name Eichenprozessionsspinner stammt von der Eigenart, sich zur Nahrungssuche hinter- oder nebeneinander zu bewegen, eben eine "Prozession" durchzuführen.

Problematisch für den Menschen sind die Raupenhaare des Eichenprozessionsspinners, die ein akutes gesundheitliches Risiko für Menschen darstellen. Die Härchen der Raupen enthalten das Nesselgift Thaumetopoein. Es kann bei Hautkontakt oder beim Einatmen verschiedene Wirkungen – zum Teil auch heftige allergische Symptome – auslösen.

Wann besteht die Gefährdung durch den Eichenprozessionsspinner?

Gespinnst eines Eiuchenprozessionsspinners

Die für den Menschen gefährlichen Raupen des Eichenprozessionsspinners schlüpfen Anfang Mai. Die Raupen durchlaufen bis zur Verpuppung Ende Juni/Anfang Juli fünf bis sechs Entwicklungsstadien. Ab dem dritten Larvenstadium wachsen die sehr feinen Brennhaare. Die giftigen Brennhaare brechen leicht und können über 100 m weit getragen werden.

An den Larvenhäuten in den Nestern bleiben nach dem Schlüpfen Brennhaare zurück und können bis zu einem Jahr lang giftig bleiben. Gespinstnester an Bäumen und auf dem Boden bleiben somit eine Gefahrenquelle.

Was passiert bei Kontakt mit Eichenprozessionsspinner?

Im Falle einer Raupen-Dermatitis können folgende Anzeichen auftreten:

  • Juckreiz, bei heftigem Kontakt starker Juckreiz;
  • Schüttelfrost, Schwindel, in seltenen Fällen allergischen Schockreaktionen;
  • bei starkem Kontakt verspürt man anfangs ggf. sogar ein Prickeln, welchem nach wenigen Minuten die genannten Reaktionen folgen;
  • viele Tage anhaltender Juckreiz der kleinen roten Schwellungen oder Quaddeln.

Bei Auftreten stärkerer gesundheitlicher Beschwerden sollte ein Arzt aufgesucht werden und auf den Raupenkontakt hingewiesen werden. Die Symptome können durch Medikamente gemildert werden.

Wer sollte besonders aufpassen?

  • Personen, die sich im Wald aufhalten, Anwohner von Waldgebieten mit Eichen
  • Arbeitskräfte von Forst- und Landschaftspflegebetrieben sowie Straßenmeistereien
  • Personen auf Freizeit- und Grünanlagen (zum Beispiel auch Sportplätze, Campingplätze, Freibäder, Kinderspielplätze)
  • Halter von Haus- und Nutztieren (Diese sind gleichermaßen betroffen).

Wie können Sie sich schützen vor dem Eichenprozessionsspinner schützen?

    Besonders wichtig ist es, die Raupen und Gespinste der Eichenprozessionsspinner nicht zu berühren. Sie sollten jeden Kontakt vermeiden. Außerdem ist folgendes zu beachten:

    • Meiden Sie die befallenen Gebiete und ggf. abgesperrten Bereiche.
    • Bedecken Sie alle Körperflächen (Nacken, Hals, Arme und Beine usw.) beim Aufenthalt in befallenen Gebieten.
    • In der Nähe von befallenen Bäumen sich nicht ins Gras oder auf den Boden setzen.
    • Nach Kontakt mit den Raupenhaaren sofortiger Kleiderwechsel dann Duschbad und Haarwäsche.
    • Kleidung bei 60 °C mit viel Wasser waschen, um das Nesselgift der Raupenhaare zu vernichten / auszuspülen.
    • Auf Holzernte- oder Pflegemaßnahmen an Bäumen verzichten, solange Raupennester des Eichenprozessionsspinners erkennbar sind.
    • Die Bekämpfung nur von Fachleuten mit Vollschutzanzug und Atemschutz durchführen lassen.

    Was tun bei Befall?

      Es handelt sich um ein natürliches Phänomen, dem mit Augenmaß begegnet werden sollte. Da ab August mit dem Schlüpfen der Falter der Spuk beendet ist, müssen im Wald nur bei stärkerem Befall oder im Rahmen von Sonderprogrammen zwingend Bekämpfungsmaßnahmen erfolgen.

      An Schulen, Kindergärten, Tagesstätten, Schwimmbädern, Freizeitanlagen, Zeltplätzen, Krankenhäusern und Kliniken mit viel Publikumsverkehr sollte ein deutlicher Befall hingegen sachgerecht bekämpft werden, um das Kontaktrisiko zu minimieren.

      An wen sollten Sie sich wenden, wenn der Eichenprozessionsspinner auftritt?

      Verantwortlich im Falle eines Befalls

      • auf öffentlichen Flächen Städte und Gemeinden,
      • auf Privatgrundstücken der jeweilige Eigentümer

      ist die Ordnungsbehörde Ihrer Kommune. Die Bekämpfung und Entfernung ist eine Sache für Fachleute.

      Bei Fragen zu den gesundheitlichen Auswirkungen wenden Sie sich an:

      Mit Material von Landesgesundheitsamt Niedersachsen

      Hier ein Merkblatt "Eichenprozessionsspinner" zum Download

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