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Waldzustandsbericht

Niedersachsens Wäldern geht es gut

dpa/Ini
am
01.12.2015

Der Gesundheitszustand der niedersächsischen Wälder ist trotz großer Trockenheit in diesem Jahr weiter gut. Etwa ein Viertel von Niedersachsens Landesfläche ist mit Bäumen bedeckt - statistisch gesehen kommen bei 1,2 Millionen Hektar Wald auf jeden Einwohner rund 1550 Quadratmeter Waldfläche.

Niedersachsens Wäldern geht es trotz der großen Trockenheit in diesem Frühjahr weiterhin gut. «Dank der eingeleiteten politischen Maßnahmen zur Schadstoffreduzierung kann von Waldsterben heute keine Rede mehr sein», sagte der niedersächsische Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Grüne) bei der Vorlage des jährlichen Waldzustandsberichts. Ursache ist ein deutlicher Rückgang der Schwefelbelastung, der Hauptursache für den sogenannten «sauren Regen». Niedersachsen hat 1,2 Millionen Hektar Wald, vor allem in Harz, Heide und Solling.

 

Klimawandel bleibt ein Risiko

In den 1980er Jahren trieb das befürchtete Waldsterben die deutsche Öffentlichkeit um. «Es geht unseren Bäumen besser, aber der Klimawandel bereitet weiterhin Sorge», erklärte Meyer, der auf die hohe Bedeutung der Waldflächen fürs Klima im Land hinwies. Demnach speichern Niedersachsens Wälder rund 230 Tonnen Kohlenstoff. Seit dem Beginn der 1990er Jahre habe sich die mittlere Jahrestemperatur um knapp ein Grad Celsius erhöht: «Der Klimawandel ist in Niedersachsen endgültig angekommen.» Das Land liege damit aber im globalen Trend. 2015 gilt als das wärmste je gemessene Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen.

Vor allem die Kiefer, die 37 Prozent der niedersächsischen Waldfläche ausmacht, hat sich in der Trockenheit gut behauptet. Meyer: «Unsere Wälder haben die Wetterextreme aber ohne größere Schäden gut überstanden, die Absterberate liegt im Promillebereich; das ist ein gutes Signal für die Waldgesundheit insgesamt.» Trotzdem müsse mehr getan werden, um die weiter hohe Stickstoffbelastung zu senken.

 

Insektenfraß und Pilzbefall setzt Bäumen zu

Zusammen mit entsprechenden «Altlasten» in den Böden setzten zudem Insektenfraß und Pilzbefall vielen Bäumen - vor allem den Eichen, aber auch den Buchen - zu. Auch Ammoniak-Belastungen durch die Landwirtschaft beeinträchtigten den Gesundheitszustand der Bäume. Niedersachsen will den Anteil der Laubbäume an den Waldflächen künftig steigern - bisher machen Kiefer und Fichte noch immer einen Anteil von 55 Prozent aus. Etwa 15 Prozent der Hauptbaumarten hatten 2015 ausgelichtete Kronen - das entspricht dem Vorjahresstand. Derartige Bäume sind anders als voll belaubte Stämme anfälliger gegen Witterungseinflüsse und Schädlinge aller Art.

Insgesamt wachsen zwischen Harz und Nordseeküste rund 740 Millionen Bäume - auf 37 Prozent der Fläche sind es Kiefern, auf 17 Prozent wachsen Fichten. Beide Nadelbaumarten stellen damit gut die Hälfte der Waldbäume. Niedersachsen liegt nach Angaben des Agrarministeriums bundesweit an der Spitze beim privaten Waldbesitz: Mit 33 Prozent ist gerade mal ein Drittel in öffentlicher Hand - der Rest gehört vor allem Privatbesitzern, aber auch Körperschaften oder dem Bund.

UN-Klimagipfel

Deutschland hat beim UN-Klimagipfel eine Erhöhung seiner Finanzmittel für den internationalen Waldschutz angekündigt. Wie Regierungsvertreter am Montag in Le Bourget bei Paris mitteilten, wollen Deutschland, Norwegen und Großbritannien bis 2020 ihre Finanzierung für den Waldschutz auf dann insgesamt eine Milliarde US-Dollar pro Jahr steigern. Profitieren könnten davon unter anderem Brasilien, Kolumbien und Äthiopien. «Der Waldschutz wird ein wichtiger Baustein des Pariser Abkommens », sagte Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD).

Ein konkretes Projekt wurde am Montag bereits am Rande des Gipfels zwischen den drei Geberstaaten und Kolumbien vereinbart. Kolumbien sagte zu, die Abholzung seiner Wälder schrittweise zu begrenzen und 2020 dann ganz zu stoppen. Für den Kohlenstoff, der so in den Bäumen bleibt, erhält das südamerikanische Land cirka fünf US-Dollar pro Tonne. Mit Waldschutz ließe sich nach UN-Schätzungen global etwa ein Drittel der notwendigen Treibhausgas-Reduzierung erreichen. Ziel des UN-Gipfels ist ein Weltklimavertrag für die Zeit ab 2020. Er soll helfen, die Erderwärmung auf ein erträgliches Maß zu begrenzen.

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