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NordMeG erhält Förderung

von , am
18.05.2015

Hannover - Ein langer Weg von der Idee über die Gründung bis zur Anerkennung: Die NordMeG (Norddeutsche Milcherzeugergemeinschaft) bekommt jetzt eine Sonderförderung.

Der Förderbescheid - Etappensieg der NordMeG: v.l. Andrea Schröder-Ehlers (SPD), Minister Christian Meyer, Urte Rötz (Geschäftsführerin Nord-MeG), Alfred Ritters ( Vorsitzender der Nord-MeG), Miriam Staudte (Grüne) © Manfred Böhling
Nach dem Aus der Milchquotenregelung in der EU seit Ende März ist Beratung und Begleitung der Landwirte auf dem deutlich veränderten Milchmarkt gefragt. Niedersachsens Landwirtschaftsminister Christian Meyer hat der Norddeutschen Milcherzeugergemeinschaft (NordMeG) jetzt einen Bewilligungsbescheid über eine Förderung bis Ende 2016 in Höhe von rund 50.000 Euro übergeben. Agrarminister Meyer forderte, dass man auf EU-Ebene endlich ein wirksames Kriseninstrumentarium zur Stützung fairer Milchpreise brauche: "Unser Qualitätsprodukt Milch hat einen besseren Preis verdient und darf nicht verramscht werden." Über die aktuellen Preissenkungen und unbegründeten Dumpingangebote mancher Ketten mache er sich "große Sorgen". Das gehe zu Lasten vieler bäuerlicher Milcherzeuger.

Für Projekt zur Milchvermarktung und -bündelung

Aber auch die Selbstorganisation von Landwirten begrüße er sehr. "Die NordMeG kann als Zusammenschluss von Erzeugerorganisationen gemeinsam mit den Molkereien stärker für bessere und stabile Milchpreise eintreten", sagte Meyer bei der Übergabe des Förderbescheides an den NordMeG-Vorsitzenden Alfred Ritters und die Geschäftsführerin Urte Rötz. Der Bescheid umfasst Mittel in Höhe von 47.700 Euro. Die NordMeG bedankte sich ausdrücklich für diese Unterstützung. "Denn die Milchbündelung ist nach dem Auslaufen der Milchquote wichtiger denn je", so Vorsitzender Ritters. Den finanziellen Impuls will die NordMeG bestmöglich nutzen. Die Gemeinschaft verhandelt bereits seit 2014 mit den ersten Molkereien. Nun könne ein konkretes Projekt über Milchvermarktung und Milchbündelung umgesetzt werden.

Fünf Erzeugergemeinschaften in Niedersachsen

Die Norddeutsche Milcherzeugergemeinschaft bündelt nach eigenen Angaben zurzeit rund 350 Millionen Kilogramm Milch und vertritt acht Erzeugergemeinschaften, davon fünf in Niedersachsen: die Milcherzeugergemeinschaften Lüneburg, Osnabrück, Elbetal, Wümme-Milch sowie die Erzeugergemeinschaft Hunte-Weser mit rund 160 Milcherzeugern. Weitere Mitglieder der Vereinigung sind die Milcherzeugergemeinschaften Nordpool, Südmecklenburg und Hagenow, jeweils mit Sitz in Mecklenburg-Vorpommern. Die NordMeG ist 2013 gegründet worden und hat ihren Sitz in Lüneburg. Als anerkannte Vereinigung von Erzeugerorganisationen berät sie ihre Mitglieder und führt stellvertretend für diese auch Preisverhandlungen mit den Molkereien.
 
Da jeder einzelne Milcherzeuger mit der Molkerei Abnahmeverträge abschließt, werden die Betriebe auch hinsichtlich einer neuen Vertragsgestaltung beraten. Die Sonderförderung dient nun einerseits dazu, den durch Wegfall der Michquotenregelung entstandenen besonderen Beratungsbedarf zu decken. Andererseits sollen damit Informationsveranstaltungen zu den neuen Bedingungen auf dem Milchmarkt und eine erweiterte Öffentlichkeitsarbeit über die Tätigkeit der NordMeG ermöglicht werden. Die Veranstaltungen sind jeweils auch für interessierte Nicht-Mitglieder zugänglich.
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