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Umweltschutz

Nutrias untergraben den Hochwasserschutz

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Ralf Stephan, LAND & Forst
am
30.08.2017

Mit einem ganzen Maßnahmenbündel muss der Schadnager bekämpft werden, fordern Landkreistag und Wasserverbandstag. Sonst sind auch an der Küste Deiche gefährdet.

Nutria

„Die Nutriabekämpfung in Niedersachsen muss dringend und mit zahlreichen Maßnahmen intensiviert werden - sonst drohen erhebliche weitere Schäden an Hochwasser- schutzanlagen, Deichen und Dämmen im Land." Diese Botschaft übermittelten der Hauptgeschäftsführer des Niedersächsischen Landkreistages, Prof. Hubert Meyer, und Präsident Heiko Albers vom Wasserverbandstag dem niedersächsischen Umweltminister Stefan Wenzel während eines Gesprächstermins in Hannover.

Hochwasserschutz in Gefahr

Beide berichteten, das aus Südamerika eingeführte Pelztier richte an Deichen und Dämmen in Niedersachsen erhebliche Schäden an und gefährde so den Hochwasserschutz - sowohl im Binnenland als auch an der Küste. Seit 2015 haben sich die Fangzahlen auf fast 22.000 Exemplare vervielfacht. Nunmehr sind erste Tiere auch an der niedersächsischen Sturmflutküste gesichtet worden. Die aus Klei mit Sandkern bestehenden Deiche bilden den Hauptschutz von 1,2 Millionen Niedersachsen und werden von den Tieren durch massive Unterhöhlungen und Untergrabungen in Stabilität und Funktion gefährdet.

Flächendeckende Bekämpfung

Minister Wenzel zeigte nach Angaben der Spitzenverbände Verständnis für die Problematik und betonte die Bedeutung eines effektiven Hochwasserschutzes in Niedersachsen. Verabredet wurde die Prüfung eines Bündels von verschiedenen Maßnahmen: So sollen die bei der Bisamjagd bereits bewährten Mitarbeiter der Landwirtschaftskammer auch für die Nutriajagd eingesetzt werden können.

Beide Verbände warben für eine flächendeckende Bekämpfung durch intensive Bejagung und eine entsprechende Anpassung des niedersächsischen Jagdrechts. In den entsprechenden naturschutzrechtlichen Managementplänen sind zudem flächendeckend die Strukturen zu schaffen, die eine effektive Bekämpfung der Nutria ermöglichen.

Nutrias unterliegen dem Jagdrecht

Nutrias, auch als Sumpfbiber bekannt, unterliegen in Niedersachsen seit 2001 dem Jagdrecht. Für erwachsene Tiere gilt von März bis August eine Schonzeit, Jungtiere dürfen ganzjährig bejagt werden. Im Jagdjahr 2015/16 wurden laut Landesjagdbericht mehr als 10.000 Nager erlegt, über die Hälfte davon in den Landkreisen Emsland, Cloppenburg und Osnabrück.

Mit Material von Presseinformation
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