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Osnabrücker Friedensgespräche: Tierhaltung im Fokus

von , am
03.06.2015

Ist die Tierproduktion noch zu verantworten? Das wurde in der Reihe "Osnabrücker Friedensgespräche" erörtert und auch leidenschaftlich diskutiert.

Begrüßte ein diskussionsfreudiges Podium: Universitätspräsident Wolfgang Lücke. © Lewandowski
Im völlig überfüllten Raum stand dabei ständig die Frage, ob diese Art der Diskussion noch zu verantworten ist. Fast wirkte es wie im Hollywood-Film, wo in einer Schlüsselszene die Kernbotschaft immer ganz platt erzählt wird, damit auch der Letzte begreift, worum es geht. Bei diesen "Osnabrücker Friedensgesprächen" begann die Schlüsselszene mit der ersten Publikumsfrage. Ein grauhaariger Mann schimpfte ins Mikrofon, hier sei anderthalb Stunden lang nur um den heißen Brei herumgeredet worden; er wisse jedoch genau, wie schrecklich alles sei: In den Ställen habe sich in 30 Jahren nichts verändert, die Landwirtschaft verschandele die Landschaft, vergifte das Wasser, und zu allem Übel seien die Lebensmittel so schlecht wie noch nie.

Tierhaltung differenziert betrachten

An dieser Stelle platzte jungen Zuhörern der Kragen. Ihre "Aufhören!"-Rufe quittierte der ältere Wutbürger höhnisch: Wie man sehe, sei schon die Jugend völlig verblendet und ignorant. Nach dem Applaus eines kleineren Teils der Gäste ließ Bernhard Krüsken ein paar Sekunden verstreichen, um dann mit ruhiger, fast schon beruhigender Stimme zu sagen: "Sehen Sie, genau das ist es, was ich eingangs meinte: Solange wir nicht aufhören zu beschimpfen und zu polarisieren, solange wir nicht endlich anfangen, die Fragen der Tierhaltung differenziert und sachlich zu behandeln, werden wir nicht weiterkommen." Dem Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes applaudierte der größere Teil des Publikums.
 
Mehr über die Diskussionsveranstaltung lesen Sie in der LAND & Forst Ausgabe  23/2015 auf Seite 10. Möchten Sie die LAND & Forst für einen Monat gratis zum Probelesen bestellen? Dann klicken Sie hier…
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