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Vorstandsarbeit

Ostfriesisches Landvolk: Die ersten 100 Tage sind rum

Edith Kahnt-Ralle, LAND & Forst ,
am
03.05.2018

Seit 100 Tage ist der neue Vorstand des Landwirtschaftlichen Hauptvereins Ostfriesland (LHV) im Amt. Grund genug für eine erste Bilanz.

Die ersten 100 Tage sind rum, seit der neue Vorstand des Landwirtschaftlichen Hauptvereins Ostfriesland (LHV) zum Jahresbeginn seine Arbeit aufgenommen hat. Dazu gehören der neue Präsident Manfred Tannen aus Bensersiel, Carl Noosten aus Dornum, Klaus Borde aus Jemgum, Hartwig Frühling vom Kreisverband Aurich sowie Günter Lüken vom Kreisverband Wittmund. Grund genug für eine erste Bilanz.

Die Besonderheiten der Landwirtschaft in Ostfriesland zeigen

Landwirtschaftlichen Hauptvereins Ostfriesland
Der neue Vorstand des Landwirtschaftlichen Hauptvereins Ostfriesland (LHV) versteht sich als Team (vr): Carl Noosten, Manfred Tannen (Präsident), Hartwig Frühling, Klaus Borde und Günter Lüken. © Kahnt-Ralle

Tannen beim Pressegespräch auf seinem Hof: „Es sind viel mehr Kilometer und viel mehr Stunden, die wir als Vorstandsmitglieder jetzt zu bewältigen haben“. Aber es sind sehr wichtige Kilometer: Denn die Fahrten nach Hannover zum Landesverband oder nach Berlin zum Deutschen Bauernverband sollen die Besonderheiten der Landwirtschaft in Ostfriesland den Berufsstandkollegen dort bewusst machen. Außerdem sind dort wichtige Funktionen in Ausschüssen zu erfüllen, unter anderem zu den drohenden Kürzungen im Agrarhaushalt.
Tannen: „Wir verlieren hier in Ostfriesland durch den Wegfall der Ausgleichszulage für benachteiligte Gebiete 3,5 Mio. Euro“. Insgesamt 2.250 Betriebe hätten einen Anspruch darauf gehabt. Eine Nachfolgeregelung muss her, und zwar eine verwaltungsarme, fordern die Vorstandsmitglieder. Ostfriesland besteht zu 60 % aus Grünland und zahlreichen Vogel- sowie Landschaftsschutzgebieten. Seit Jahren gibt es auf Acker und Grünland immer mehr Gänseschäden, aber vor allem im Grünland immer noch zu wenig Ausgleich (z.B. für Rastspitzen).

Die Schweinehaltung in Ostfriesland bereits auf dem Rückzug

Düngeverordnung und  Auflagen bei der Silagelagerung verlangen von den Betrieben gewaltige Investitionen in bauliche Anlagen, die auslaufende Betriebe nicht mehr stemmen wollen und können. Deshalb fordert der neue Vorstand längere Übergangsfristen. Mehr Klarheit muss es beim Tierschutzplan geben. Wer in neue Ställe investieren soll, muss 20 Jahre Sicherheit haben, dass sich die Investitionen auch lohnen, so die Verbandsspitze. Was nicht geht, sind alle paar Jahre neue Auflagen oder wichtige Entscheidungen, die auf die lange Bank geschoben werden. Die Schweinehaltung in Ostfriesland befindet sich bereits auf dem Rückzug.

Kommunikation ist dem Vorstand wichtig

Neben der Kommunikation nach außen ist dem neuen Vorstand aber ganz besonders die Kommunikation nach innen wichtig. Auch, wenn die Mitglieder das neue Angebot, auf Veranstaltungen ihre Sorgen und Wünsche vorzutragen, noch nicht ganz so zahlreich genutzt haben, sind dort trotzdem sehr wertvolle Gespräche geführt worden. „Wir wollen, dass die Mitglieder hinter uns stehen“, so der neue Präsident. Auch die neuen Vorstandsmitglieder stehen in einem sehr intensiven Meinungsaustausch untereinander und verstehen sich als Team. Tannen: „Uns ist Transparenz nach innen und außen sehr wichtig, ebenso gute Kontakte  zu anderen Verbänden und Organisationen, die teilweise identische Ziele haben“. Ganz besonders am Herzen liegen dem neuen Vorstand aber die jungen Landwirte. Deshalb haben sie einen Verbandsausschuss 2030 gegründet, der Landjugendliche frühzeitig in den Verband mit einbinden will.                

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