Login
Pflegestärkungsgesetz

Pflegebedürftigkeit: Das ändert sich ab 1. Januar 2017

Älteres Ehepaar auf Bank
dpa/red/cby
am
11.11.2016

Ab 1. Januar 2017 gilt die zweite Stufe des Pflegestärkungsgesetzes II und damit auch ein neues System der Einstufung der Pflegebedürftigkeit. Das Wichtigste hier.

Die zweite Stufe des Pflegestärkungsgesetzes II tritt ab 1. Januar 2017 in Kraft. Somit gilt dann auch ein neues System der Einstufung der Pflegebedürftigkeit. Die wichtigsten Änderungen haben wir nachfolgend zusammengefasst:

  • Kein Neuantrag: Pflegebedürftige müssen sich nicht selbst kümmern und einen Neuantrag stellen. Sie werden automatisch in das neue Bewertungssystem nach Pflegegraden übernommen.
  • Status quo für aktuell Pflegebedürftige: Menschen, die schon jetzt Leistungen einer bestimmten Pflegestufe erhalten, werden künftig nach der Umstellung im neuen Jahr von Pflegestufen auf Pflegegrade nicht schlechter gestellt. Wer ab 2017 neu pflegebedürftig wird, muss sich hingegen auf geringere Leistungen einstellen.
  • Pflegebedürftigkeitsbegriff: Insgesamt werden aber durch das neue System in den nächsten Jahren rund 500.000 Menschen mehr unterstützt als bislang, schätzt das Bundesgesundheitsministerium. Denn Kernpunkt ist ein neuer Pflegebedürftigkeitsbegriff, der Demenzkranken Anspruch auf die gleichen Leistungen einräumt wie Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen.
  • Neues Begutachtungsverfahren: Künftig geht es nicht mehr nur um minutengenau dokumentierte Unterstützung bei Körperpflege, Mobilität und Ernährung - beim Aufstehen, beim Anziehen oder beim Essen. Maßstab für die Eingruppierung wird in Zukunft die Frage der Selbstständigkeit beziehungsweise der Unselbstständigkeit des Pflegebedürftigen sein.
  • Pflegegrade statt Pflegestufen: Zugleich sollen die bisherigen drei Pflegestufen auf fünf sogenannte Pflegegrade ausgeweitet werden, um so dem Pflegebedarf jedes Einzelnen präziser Rechnung tragen zu können.
  • Für pflegende Angehörige: Menschen, die ein Familienmitglied pflegen, sollen unter anderem bei Sozialbeiträgen bessergestellt werden. So ist eine umfassende Absicherung der pflegenden Person in der Arbeitslosenversicherung vorgesehen, um den Versicherungsschutz für den Fall der Arbeitslosigkeit nach einer Pflegetätigkeit zu stärken.
  • Höhere Beiträge:Bereits Anfang 2015 trat das Pflegestärkungsgesetz I in Kraft. Mit beiden Reformen ist eine Erhöhung des Beitrags zur Pflegeversicherung verbunden. Zunächst stieg er von 2,05 Prozent auf 2,35 Prozent. 2017 kommt eine weitere Steigerung um 0,2 Punkte auf 2,55 Prozent hinzu. Beide Erhöhungen bringen zusammen gut sechs Milliarden Euro. Davon sollen die Leistungsausweitungen ab 2017 finanziert werden.

Einen ausführlichen Artikel zum Thema finden Sie in der LAND & Forst 46/2016 in der Rubrik Geld & Recht.

Auch interessant