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Puteninfluenza: "In Alarmbereitschaft, aber gelassen"

von , am
25.04.2013

Obwohl sich nach der Keulung von 27.000 Puten auf zwei Betrieben im nördlichen Landkreis Osnabrück und der Errichtung eines Sperrbezirks keine Auffälligkeiten zeigen, sind die Behörden wachsam.

Alle Geflügelhalter sind aufgerufen, sehr wachsam zu sein und strikt auf das Einhalten der Biosicherheitsmaßnahmen zu achten. © nord-west-media

Nachdem das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, LAVES, in Oldenburg und das Friedrich-Loeffler-Institut auf der Insel Riems den Verdacht auf die niedrig pathogene Form der Vogelgrippe H7N7 in zwei Putenmastbetrieben bestätigt hatte, gab der Landkreis Osnabrück die Anordnung zur Keulung von 27.000 Puten. Inzwischen wurden das Geflügel von der Gesellschaft für Seuchenvorsorge, GESEVO, tierschutzgerecht getötet.
 
Um die beiden betroffenen Ställe im nördlichen Landkreis Osnabrück wurde ein Sperrbezirk von einem Kilometer eingerichtet, in diesem Sperrgebiet befinden sich noch drei Kleinstgeflügelhaltungen. Geflügel darf aus dem Sperrbezirk vorerst nicht verbracht werden. Gibt es 21 Tage nach Reinigung und Desinfektion der Betriebe keinen neuen Fall, können diese Maßnahmen wieder aufgehoben werden.

Bei einer Ausbreitung des Virus wären über 3 Millionen Puten gefährdet

Nach Information des Landkreises Osnabrück gab es bis Redaktionsschluss keine positiven Befunde aus beprobten Kontaktbetrieben im Kreisgebiet. Der Landkreis Cloppenburg grenzt nördlich an den Landkreis Osnabrück, hier werden derzeit auf über 3 Millionen Plätzen Puten gemästet. Würde das Virus sich hier ausbreiten, könnte das verheerende Folgen haben. Laut Dr. Hermann Seelhorst, dem stellvertretenden Leiter des Veterinäramtes Cloppenburg, ist man dort zwar in Alarmbereitschaft, aber gelassen: "Wir haben von den Osnabrücker Kollegen sehr zügig die Kontaktbetriebe benannt bekommen, die ersten Proben sind schon vergangene Woche zum LAVES gegangen: Bislang gab es bei uns keine positiven Befunde", so Dr. Seelhorst.

Auch wenn das jetzt aufgetretene Virus nur niedrig pathogen ist, müssten infizierte Bestände gekeult werden: "Es besteht ja beim niedrig pathogenen Geflügelpest-Erreger die Gefahr, dass er zu einem hoch pathogenen Virus mutiert", erläutert Dr. Seelhorst.
 
   
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