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Hitzewelle

Rekordhitze in Niedersachsen

Sonne über der Redaktion Hannover
am Freitag, 26.07.2019 - 11:29

Der Hitzerekord Deutschlands liegt ausgerechnet im Norden. In Lingen im Emsland konnte am 25. Juli eine Temperatur von 42,6°C gemessen werden. Damit ist Deutschland momentan wärmer als Südeuropa, mit Konsequenzen für die Landwirtschaft.

Am heißesten in Norddeutschland

Zur Abkühlung könnte man jetzt nach Athen, Ibiza oder Lissabon fahren - in vielen südeuropäischen Urlaubsorten war es am Donnerstag kühler als in Deutschland.

In Kairo wurden am Donnerstag 35°C gemessen, in Athen 31°C und in Lissabon kühle 26°C. Zur gleichen Zeit waren es in Köln bereits 39°C und in Frankfurt 38°C, berichtet der Deutsche Wetterdienst. 

Doch am meisten mussten die Niedersachsen schwitzen: mit 42,6°C hält Lingen im Emsland den Temperaturrekord Deutschlands.

Folgen der Hitze

Die Hitzewelle hat jedoch weitreichende Folgen.In Grohnde (Landkreis Hameln-Pyrmont) wird voraussichtlich am Freitagnachmittag das Atomkraftwerk abgeschaltet, weil das Kühlwasser aus der Weser zu warm wird. Städter werden nun aufgerufen, Straßenbäume mit Wasser zu versorgen.

Mehrere Landkreise in Niedersachsen haben bereits das Abpumpen von Wasser aus Flüssen und Bächen eingeschränkt. Osnabrück nahm schon zu Beginn der Woche etwa 50 erteilte Genehmigungen zurück. In Rotenburg/Wümme gelten nur sechs entsprechende Genehmigungen, im Kreis Cloppenburg etwa zehn. Angesichts der Trockenheit würden momentan keine weiteren Ausnahmen zugelassen, sagte der Sprecher des Kreises Cloppenburg.

Durstige Landwirtschaft

Von Mais über Kartoffeln bis zum Grünland - allerorts leiden die Kulturen unter der starken Trockenheit. Die Bezirksstelle Nienburg meldet Trockenschäden bei Mais, auf dem Grünland waren die ersten Schnitte zwar gut, doch nun wächst kaum noch etwas nach. Ähnliches meldet auch die Bezirksstelle Oldenburg.

Nienburg und Diepholz haben zudem die höchste Waldbrandstufe ausgerufen. Besondere Vorsicht ist deshalb auch auf dem Acker geboten: Durch Funkenflug an Mähdreschern und Ballenpressen können leicht Feuer entstehen.

Transporte sind nicht zumutbar

Angesichts der hohen Temperaturen macht Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner noch einmal deutlich, dass es nicht erlaubt sei, Tiere bei der Hitze zu verladen oder zu transportieren. „Das ist weder zumutbar für die Tiere noch rechtlich erlaubt. Aus gutem Grund!“, sagte Klöckner. Sie rief die Bundesländer zu schärferen Kontrollen auf.

Die Hitze wird voraussichtlich die Ergebnisse der Getreideernte drücken. Mehr zu den Erwartungen des DBV lesen Sie hier...

Mit Material von dpa und bmel