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Tierwohl

Ringelschwanzprämie: 108 Betriebe erhalten Förderung

pd
am
07.12.2015

Niedersachsen startet mit der Ringelschwanzprämie: Gefördert werden im ersten Jahr 108 Betriebe mit rund 112.000 Mastschweinen.

Mit einer Tierwohlprämie fördert Niedersachsen seit Anfang Dezember die Haltung von Schweinen mit Ringelschwänzen. Landwirte erhalten 16,50 Euro pro Tier, wenn sie auf die Kürzung der Schwänze verzichten. Dadurch solle mehr Tierwohl im Stall gefördert werden, sagte Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Grüne). Im ersten Jahr nehmen 108 Betriebe mit rund 112.000 Mastschweine an der Maßnahme teil, bei einem Förderbetrag von rund 1,9 Millionen Euro.

Anerkannter Indikator für Tierwohl

Die Ringelschwanzprämie wird nicht allein für den Verzicht auf das Schwanzkupieren gezahlt, sondern für einen intakten Ringelschwanz, der laut Meyer ein anerkannter Indikator für Tierwohl in der Schweinehaltung ist. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen viele Faktoren beachtet werden - von der Ferkelaufzucht über Stroheinstreu und Beschäftigungsmaterial bis hin zu Stallklima, Platzangebot und intensiver Beobachtung der Tiere.

Das Abschneiden der Schwänze ist in der EU aus Gründen des Tierschutzes seit 2001 verboten. Es wurde bisher aber toleriert, weil in der konventionellen Haltung die Gefahr von Beißattacken unter den Schweinen sehr groß ist.

Gesamtetat soll steigen

"Nach dem ersten Durchlauf soll die Maßnahme mit einem langsam steigenden Gesamtetat dann erneut angeboten werden. Schritt für Schritt wollen wir mehr Tierwohl im Stall fördern", sagte Minister Meyer. Was ihn besonders freut: "Unter den teilnehmenden Landwirten bei der Ringelschwanzprämie sind sowohl Bio- und Neuland- als auch konventionelle Betriebe. Letztere machen sogar zwei Drittel aller Betriebe aus."

 

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