Login

Rotenburg: Gemeindemitarbeiter nicht von Wolf gebissen

Ein Wolf
Thumbnail
Birgit Greuner, LAND & Forst
am
05.12.2018

Es war kein Wolf. Das ist das Ergebnis der DNA-Proben nach dem Biss eines Gemeindemitarbeiters durch ein unbekanntes Tier in Bülstedt (Kreis Rotenburg).

Das niedersächsische Umweltministerium hat gestern (4. Dezember) die Ergebnisse der DNA-Proben bekannt gegeben, die vergangene Woche nach einem gemeldeten Zwischenfall in Bülstedt im Landkreis Rotenburg genommen worden waren. Ein Gemeindemitarbeiter hatte angegeben, von einem Wolf oder wolfsähnlichen Tier gebissen worden zu sein. Bei allen Proben ergaben sich keinerlei Nachweise für einen Wolf.

Proben von Reh, Katze und Hund identifiziert

Das Senckenberg-Institut in Gelnhausen, das Referenzlabor für genetische Untersuchungen zum Thema Wolf in Deutschland, hatte Tierhaarproben, den Pullover des Gemeindemitarbeiters sowie einen Hammer auf DNA-Spuren geprüft, sieben Proben gesichert und untersucht.

Auf dem Hammer konnten keine Spuren eines Wolfes oder Hundes gefunden werden. Zwei vor Ort genommene Haarproben ergaben „Reh“. Auf dem Pullover wurden Katzenhaare und drei Speichelproben gefunden. Bei den Speichelproben konnte bei zwei Proben „Katze“ und bei einer „Katze und Hund“ identifiziert werden.

Lies: Wenn Wolf, dann Tötung

Umweltminister Olaf Lies: „Wäre ein Wolf festgestellt worden, dann wäre eine Tötung unumgänglich gewesen." Klar sei, dass man jetzt weitere Erkenntnisse brauche. Hinweisen auf freilaufende Hunde in der Umgebung müsse nachgegangen werden.

Lies hat bereits ein intensiviertes Wolfsmonitoring vor Ort beauftragt, um mehr Informationen über das in der Gegend ansässige Rudel zu bekommen. Außerdem habe er eine Ad-hoc-Besenderung auf den Weg gebracht.

Das Wolfsbüro erarbeitet derzeit eine aktualisierte Rudelchronik, anhand derer die Anzahl und Bewegungen der dort lebenden Wölfe weiter spezifiziert werden sollen. Zur weiteren Sachaufklärung werden auch weitere Gespräche vor Ort geführt.

CDU: DNA-Analyse durch forensisches Institut

Martin Bäumer, stellvertretender Vorsitzender der CDU-Landtagsfraktion, kritisierte, dass ausschließlich das Senckenberg-Institut mit der DNA-Analyse beauftragt wurde. Er schlug ein forensisches Institut vor, das sich deutlich besser mit der konkreten Spurensuche am Tatort auskenne. So wäre auch eine rechtssichere Rekonstruktion des Angriffs anhand von Blutspritzern und ähnlichen Indizien möglich gewesen. "Aktuell sind wir so schlau wie vor der DNA-Analyse", betonte Bäumer.

Seiner Meinung nach gehöre der Wolf ins Jagdrecht. So könnten verhaltensauffällige Tiere getötet und der Bestand nach Feststellung des günstigen Erhaltungszustandes reguliert werden. Verhaltensauffällig sind Wölfe dann, wenn sie ihre natürliche Scheu vor dem Menschen abgelegt und wiederholt Weiden oder Siedlungen aufgesucht haben.

Durch die Aufnahme des Wolfes ins Jagdrecht könnten zudem Zuständigkeiten und Befugnisse rechtssicher geregelt werden, betonte Bäumer. "Unser Ziel ist die Bestandsregulierung, um die Akzeptanz des Wolfes in der Bevölkerung sicherzustellen.“

Auch interessant