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Saatkrähen: geschützte Störenfriede

von , am
09.06.2015

Hannover - Saatkrähen, eine geschützte Vogelart, können erhebliche Schäden in der Landwirtschaft anrichten, z. B. durch Ernteverluste beim Mais. In Einzelfällen dürfen dann Gegenmaßnahmen vorgenommen werden.

Bis zu 20.000 Paare der besonders geschützten Saatkrähe gibt es derzeit in Deutschland. Für die Landwirtschaft nicht immer ohne Folgen. © Mühlhausen/landpixel
Mit 1.700 verbliebenen Paaren 1973 auf der Roten Liste, so ist der Brutbestand der geschützten Saatkrähe bis heute auf bis zu 20.000 Paare angestiegen. Wenn erheblicher landwirtschaftlicher Schaden droht, dürfen die Vögel durch bestimmte Maßnahmen gestört werden, wenn keine zumutbaren Alternativen zur Verfügung stünden. Das steht in Handlungsempfehlungen zum Umgang mit Saatkrähen bei Problemen im Siedlungsbereich, die das niedersächsische Umweltministerium jetzt auf seiner Homepage veröffentlicht hat. Das Ressort richtet sich damit an die unteren Naturschutzbehörden. Konflikte mit Tieren der geschützten Vogelart könnten sich vor allem zur Brutzeit ergeben, wenn sich Anwohner durch die Rufaktivität und den Kot belästigt fühlten. Im ländlichen Raum könne es außerdem zu landwirtschaftlichen Verlusten an Ackerkulturen, wie beispielsweise Mais, kommen, erläuterte das Umweltministerium.
 
Ihm zufolge sind nicht nur die Vögel, sondern auch ihre Entwicklungsformen wie Eier und Küken sowie ihre Fortpflanzungsstätten geschützt. Eine Störung der Saatkrähen dürfe deshalb nicht zur Verschlechterung deren Erhaltungszustandes führen. Einzelfallbezogene Ausnahmen seien jedoch möglich, wenn keine zumutbaren Alternativen zur Verfügung stünden. Als mögliche Gründe nannte das Umweltressort das Gesundheitsinteresse oder die Abwendung erheblicher landwirtschaftlicher Schäden.
 
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