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Angriff

Sabotage: Drahtteile auf Grünlandfläche verteilt

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Birgit Greuner, LAND & Forst
am
18.10.2016

Oldenburg - Erneut ein Fall von Sabotage auf einer landwirtschaftlichen Fläche: Unbekannte haben Drahtteile auf Grünlandflächen eines Milchviehbetriebes verteilt.

Milchviehhalterin mit Draht auf Grünland

Diesmal ist ein Milchviehhalter Opfer eines Sabotageaktes: Unbekannte haben in Oldenburg mehrere Drahtteile auf Grünlandflächen verteilt. Maren Boltes vom Kreislandvolkverband Oldenburg ist entsetzt: "Wir sehen das als Angriff auf uns!" Sie bewirtschaftet zusammen mit ihrer Familie einen landwirtschaftlichen Betrieb mit Milchviehhaltung in Eversten."

Zum Glück ist niemanden etwas passiert. Der Häcksler hat vorne einen Metalldetektor. Er erkennt die Metalteile und gibt Alarm.", erklärt Boltes. Die Familie weiß, was passiert, wenn ein Draht in den Häcksler oder in das Futter gerät. Menschen und Tiere hätten zu Schaden kommen können.

Weitere Sabotagefälle

Leider ist dies kein Einzelfall. Auch in anderen Landkreisen wurden Schrauben im Mais, Metallstangen in der Gerste oder Drähte im Gras gefunden. Auch im Landkreis Oldenburg wurden diese Fälle der Sabotage häufiger. Eine Schraube durchschlug sogar den Boden des Fahrerhauses und verfehlte den Fahrer nur knapp.

"Wir leben jeden Tag mit und für unsere Tiere. Nicht auszudenken, was passiert, wenn wir Metall im Futter hätten", berichtet Boltes erschrocken.

Landwirte unter "Beschuss"

Die Grasfläche, auf der die Drahtstücke gefunden wurden, wurde zum dritten Mal gemäht. Ein Eindringen von Draht aus einem Zaun kann ausgeschlossen werden, da diese Fläche nicht von Zäunen umrandet ist. "Wir sind enttäuscht und wütend zugleich, dass wir Landwirte ständig unter Beschuss stehen. Und dann kommt eine lebensgefährliche Sabotage unserer Futtergrundlage noch dazu. Das verdirbt einem die Lust an der Arbeit!"

In der Stadt Oldenburg gibt es rund 55 landwirtschaftliche Betriebe. Die meisten wirtschaften im Nebenerwerb. Familie Boltes ist eine der wenigen Familien in Oldenburg, die noch im Haupterwerb arbeiten. Sie bewirtschaften Flächen im Landschaftsschutzgebiet im Everstener Moor. Die Mahd der Grünflächen ist wichtig, damit der Grasbestand bleibt und die Flächen nicht zuwachsen.

Boltes klärt über Landwirtschaft auf

"Vielleicht ist vielen Mitmenschen gar nicht klar, dass wir Landwirte neben der Bereitstellung von Lebensmitteln auch Pflege der Landschaft betreiben", vermutet Boltes. Sie setzt sich deshalb vermehrt für eine Aufklärung über Landwirtschaft ein.

Auf der Facebook Seite "Milchviehbetrieb Boltes" und mit Postern an den Ställen klärt sie die Menschen über ihre Arbeit auf. "Wer offene Fragen hat oder etwas wissen will, der kann uns gerne ansprechen."

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