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Verdacht auf Tierschutzverstoß

Schlachtunternehmen weist Vorwürfe zurück

dpa/Ini
am
22.03.2016

Oldenburg - Einem emsländischen Schlachthof wird der Verstoß gegen tierschutzrechtliche Standards vorgeworfen: Die Schweine seien vor der Tötung nicht ausreichend betäubt worden. Das Unternehmen weist die Kritik zurück.

Der wegen mutmaßlicher Verstöße gegen das Tierschutzgesetz in die Schlagzeilen geratene Schlachtbetrieb im niedersächsischen Lengerich hat die gegen ihn erhobenen Vorwürfe zurückgewiesen. Es gebe keine Beweise für die Vorwürfe, sagte ein Sprecher am Montag auf Anfrage.

Schweine möglicherweise nicht ausreichend betäubt

Die "Neue Osnabrücker Zeitung" (NOZ) hatte berichtet, dass die Staatsanwaltschaft Oldenburg ermittelt und prüfe, ob die Schweine möglicherweise vor der Tötung nicht ausreichend betäubt wurden. Die Behörde wollte mit Hinweis auf laufende Ermittlungen keine Details mitteilen.

 

Hinweis durch eine Mitarbeiterin des Schlachthofes

Eine Mitarbeiterin des Landkreises Emsland hatte vor Monaten einen Hinweis an die Staatsanwaltschaft gegeben. Die Anzeige datiere vom
Februar 2015, und es habe einen Vor-Ort-Termin im Mai 2015 gegeben, sagte der Schlachthof-Sprecher.

Es sei nicht erklärlich, warum die Vorwürfe jetzt öffentlich gemacht würden. "Und auch in den seitdem laufenden Untersuchungen gab es nach Kenntnis des Schlachthofes für die Behörden bis dato keinen weitergehenden Hinweis darauf", hieß es seitens des Unternehmens in der NOZ am Montag. 

Stromzangen zur Betäubung der Sauen

Das Unternehmen gilt nach eigenen Angaben "als einer der führenden Betriebe hinsichtlich der Hygiene und der Umsetzung von tierschutzrechtlichen Standards". Zur Betäubung der Tiere kommen laut NOZ Stromzangen zum Einsatz, Tierschützer kritisieren die Methode als fehleranfällig.

Nach Angaben des Tierschutzbundes zeigten Studien, dass etwa 600.000 Schweine im Jahr entweder von vornherein nicht ausreichend betäubt würden oder im Laufe des Schlachtprozesses das Bewusstsein wiedererlangten. Das seien etwa ein Prozent der jährlichen geschlachteten Tiere.

Zweitgrößter deutscher Betrieb für Sauenschlachtung

Der emsländische Betrieb verarbeitet nur Sauen und zählt nach eigenen Angaben inzwischen zum zweitgrößten Betrieb im Bereich Sauenschlachtung in Deutschland.

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