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Zukunftstag 2016

Schüler lernen viel auf Niedersachsens Bauernhöfen

Diverse Autoren
am
02.05.2016

Ob Melken, misten oder mit Maschinen arbeiten – ganz nah „dran“ am Arbeitsalltag eines Landwirts waren die rund 270 Jungen und Mädchen, die den Zukunftstag auf einem landwirtschaftlichen Betrieb verbrachten. Nachfolgend Berichte, eine Bildergalerie und ein Video.

Ob Ställe ausmisten, Tiere füttern oder Eier suchen - bereits vor der Frühstückspause hatten die Kinder ordentlich mit angepackt. „Das ist ja auch kein Ponyhof hier“, sagt Roland Bursian scherzend. Der Geschäftsführer von „Der Hof“ in Isenbüttel, einem heilpädagogischen Bauernhof und Demonstrationsbetrieb Ökolandbau, hatte zehn Schüler beim Zukunftstag zu Gast.

Auch der Tierarzt hat Schüler dabei

Und als Tierarzt Dr. Martin Pape zum Impfen der Sauen anrückte, hatte der ebenfalls drei Schülerinnen im Schlepptau. Beim Impfen ging es für die Schüler aus Sicherheitsgründen aber natürlich vor allem darum, Augen und Ohren offen zu halten. Ansonsten durften sie auf den landwirtschaftlichen Betrieben natürlich kräftig mit anpacken - bei allem, was so anfiel.

Katja Schukies

Melkroboter beeindrucken

16 Schüler der 5. bis 7. Klassen unterschiedlichster Schulen verbrachten ihren Zukunftstag auf dem Milchviehbetrieb von Eike Holfeld in Heidkamperfeld bei Wiefelstede. Er hält neben den 140 Milchkühen mit Nachzucht auch Pensionspferde.

Unter den Schülern waren auch Achmed und Hamza zwei aus Syrien und Stanley aus Kenia. Wie ihre Mitschüler waren sie beeindruckt von den beiden Melkrobotern und dem Roboter zum Futteranschieben.

Soviel isst eine Kuh an einem Tag!

Organisiert wurde der Tag von der Fachschule Landwirtschaft, der Landwirtschaftskammer Oldenburg und dem Ammerländer Landvolkverband. Die Fachschüler hatten verschiedene Stationen gestaltet, an denen die Besucher zum einen Hintergrundinformationen erhielten und zum anderen praktisch tätig werden durften.

Die Aufgabe, eine Futterration für eine Kuh zusammen zu stellen, löste einiges Erstaunen aus: kaum jemand hatte mit einer so großen Futtermenge pro Tag gerechnet. Zum Abschluss durften alle einen mit einer Palette und einer Wanne voll Wasser beladenen Radlader durch einen mit Reifen gestalteten Parcours fahren.

Dr. Tatjana Hoppe

Pferde füttern und Weiden kontrollieren

Mitarbeiterbesprechung am Kaffeetisch - so starteten Nina Grigor, Sophie Hänsch und Jaqueline Busse ihren Zukunftstag auf dem Ackerbau- und Pferdepensionsbetrieb Walkemeyer in Braunschweig. Walkemeyer zeigte den Mädchen den Film „Unser täglich Brot“ als Start in das Thema Landwirtschaft.

Danach ging es direkt in die Praxis, Pferde füttern mit Mitarbeiter Harald Ahrens stand als erstes auf dem Programm. Anschließend wurden die Weiden für den ersten Weideaustrieb in diesem Jahr kontrolliert.

Als kleines Highlight des Tages fuhr Landwirt Walkemeyer mit den Dreien zum Landhandel Fromme, um ihnen anschaulich den Weg des Getreides zu zeigen.

Silke Christin Könnecker

Landtechnik begeistert Schüler

Gut 20 Schüler wurden in diesem Jahr durch den Bauernverband Nordostniedersachsen e.V. auf 17 landwirtschaftliche Betriebe vermittelt. Jochen und Hilke Hartmann betreiben in Rettmer (LK Lüneburg) einen Betrieb mit Ackerbau und Hühnerhaltung.

Dort verbachte der 14-jährige Jannik Fischbuch aus dem Nachbarort Häcklingen, seinen Zukunftstag. Sein Interesse gilt vor allem der Technik. Dennoch findet er es wichtig zu wissen, woher seine Lebensmittel kommen. 

Das Fernsehen war mit dabei

Für Jannik war der Tag besonders aufregend, da ein Fernsehteam des NDR seinen Zukunftstag begleitete. Er wurde gefilmt wie er Traktor fuhr, den Hühnerstall umsetzte, Eier absammelte oder Kartoffeln sortierte. Abends wurde der Beitrag in der Sendung „Hallo Niedersachsen“ gesendet.

Jannik kann sich vorstellen einmal Landwirt zu werden: „Ich habe viel Gutes mitgenommen. Es macht viel Spaß, aber es ist auch viel Arbeit!“

Katja Ahnfeldt-Timm

Unbedingt Trecker fahren

„Ich möchte gerne etwas mit Tieren machen!“ oder „Ich möchte unbedingt einmal Trecker fahren!“ - so lauteten bereits im Vorfeld des Zukunftstages die Wünsche von vielen Kindern und Jugendlichen.

Im Landkreis Celle verbrachten deshalb auf mehr als 30 Bauernhöfen Jungen und Mädchen ihren Zukunftstag. Dabei sie den Landwirten über die Schulter und bekamen so einen realistischen Eindruck von der Arbeit in der modernen Landwirtschaft.

Moderne Maschinen ausprobieren

Marlon Sievert (11) aus Celle war bei Hans-Heinrich Kruse in Klein-Hehlen zu Gast. Er durfte im Schweinestall aushelfen und die modernen Maschinen ausprobieren. Das große Highlight für Marlon: definitiv das Treckerfahren.

Aus diesem Grund hatte er sich auch dafür entschieden, den Zukunftstag bei einem Landwirt zu verbringen. Seinen Wunsch erfüllte ihm dann Holger Maenicke aus Groß-Hehlen, ein Nachbar von Kruse.

Auch auf anderen landwirtschaftlichen Betrieben im Landkreis Celle gab es eine Menge zu entdecken. Der Spargelanbau, die Direktvermarktung, die Versorgung von Biogasanlagen, sowie die Betreuung von Kälbern und Ferkeln weckten die Begeisterung der Schüler.

Cordula Hasenkamp-Meinheit

Kälber mit Milch versorgen

Auf dem Milchviehbetrieb Keller in Klein Lessen (Kreis Diepholz) ließ der erste Arbeitseinsatz nicht lange auf sich warten: Noch vor dem Frühstück ging es für Clarissa Meyer (13), Charlotte Widdel (11), Stine Kammler (11), Katharina Barfeld (12), Maleika Winkelmann (13) und Emma Emilie Grafe (12) in den Stall und zu den Kälberiglus.

Es galt, den jüngsten Kuhnachwuchs mit Milch zu versorgen, Heu bei den älteren Geschwistern nachzulegen und die Boxen mit frischem Stroh einzustreuen. Danach ging es zu Heinrich Keller in den Melkstand, zur Geburtenbetreuung mit Eike-Christian Keller in den Abkalbestall und zur Fütterung der Milchkühe auf den Futtertisch.

Das Frühstück muss warten

„Als Landwirte tragt ihr eine Menge Verantwortung“, erklärte Ursel Keller, „da muss auch schon mal das Frühstück warten.“ Für die Schülerinnen kein Problem: Ihrem Berufswunsch „unbedingt was mit Tieren“ wurde der Tag auf dem Hof Keller in jedem Fall gerecht.

Außerdem war in Klein Lessen Tobias Reinert (11) dabei. Er lernte die Aufgaben von Birte Brackmann, Mitarbeiterin für Öffentlichkeitsarbeit beim Landvolk Diepholz, kennen und hielt das Erlebte in Wort und Bild fest.

Birte Brackmann

Hefezopf backen und Marmelade kochen

Viel zu tun gab es für die sechs Mädchen und Jungen, die ihren Zukunftstag auf dem Betrieb von Familie Wegener in Liethe (Region Hannover) verbrachten. Der ausbildende Ackerbaubetrieb mit angeschlossenem Hofladen und Café gewährt Kindern und Jugendlichen seit vielen Jahren Einblicke in seine alltägliche Arbeit.

„Wir nutzen den Zukunftstag, um Interesse an Landwirtschaft und den Grünen Berufen zu wecken und wollen zeigen, woher unsere Lebensmittel eigentlich kommen und wie sie hergestellt werden“, erklärt Betriebsleiterin Regina Wegener.

Beim Sortieren der Kartoffeln, Backen von Hefezöpfen und Kochen von Marmelade hatten die Schülerinnen und Schüler ausreichend Gelegenheit, mit dem Thema Lebensmittelverarbeitung in Berührung zu kommen und tatkräftig mitzuhelfen.

Lisa Johannes

Ich will Bauer werden

„Die drei haben alle keine Berührungsängste“, freute sich Landwirt Ole Töbelmann über den Einsatz von Jorunn May (14), Nicklas Zümpel (11) und Sami Reiners (10). Das gilt besonders für Sami, der in der Nachbarschaft wohnt und ein regelmäßiger Gast auf dem Milchviehbetrieb ist.

Mit dem Azubi auf dem Trecker sitzen: Das ist eine seiner Lieblingsbeschäftigungen. Deswegen wollte er auch seinen Zukunftstag hier verbringen. „Wo soll ich sonst hingehen?“. Denn sein Berufsziel hat Sami schon fest im Blick: „Bauer. Und dann möchte ich beim Veterinäramt arbeiten und kontrollieren.“

Nicht zugucken, sondern arbeiten

Für Jorunn May war klar: „Ich mag Kühe. Und das hier muss man mal gemacht haben.“ Auch Nicklas Zümpel packt gerne an. „Zum Zugucken habe ich keine Lust, da will lieber arbeiten.“ Das Trio durfte gleich am frühen Morgen mit in den Melkstand, um das Melkgeschirr anzulegen.

Was ihm am meisten Spaß macht, bringt Sami auf den Punkt: „Mit den Tieren arbeiten und Trecker fahren.“

Regine Suling

Ackerbau ganz nah

Auf dem Hof von Jan-Gerd Bührmann in Bramsche im Landkreis Osnabrück erlebten vier Mädchen des nahegelegenen Greselius-Gymnasiums einen spannenden Bauernhof-Tag. Der Milchviehhalter ist Vorstandsmitglied des Landvolk-Kreisverbandes Bersenbrück und hatte sich für die Schülerinnen ein abwechslungsreiches Programm ausgedacht.

Neben den anfallenden Arbeiten auf dem Hof legte er auch Wert darauf, den Mädchen Grundlagen über den Ackerbau zu vermitteln. „Wir haben uns erst auf einem frisch eingesäten Maisacker umgesehen, danach habe ich den Mädchen gezeigt was es mit Blühstreifen auf sich hat“, berichtet Bührmann.

Mitreden, wenns um Landwirtschaft geht

Den Zukunftstag sieht er als Chance für Landwirte und Jugendliche. „Das ist für die Schüler eine gute Gelegenheit Eindrücke zu gewinnen und eine positive Einstellung zur Landwirtschaft zu bekommen. So können sie zumindest ein bisschen mitreden wenn es um Landwirtschaft geht“, hofft er.

Auch die Mädchen genossen die Zeit an der frischen Luft. „Am meisten Spaß gemacht hat das Kälber füttern“, erzählt Wenke Marks begeistert. „Viele Sachen haben wir sonst noch nie gemacht, wie Kühe melken und einen Apfelbaum pflanzen“, fügt ihre Klassenkameradin Giulia Kessenich hinzu.

Friederike Husmann

Klassenlehrerin vermittelt Betrieb

Vier junge Damen aus den siebten und achten Klassen des Gymnasiums Nordenham erhielten auf dem Milchviehbetrieb von Hendrik Lübben in Nordenham (Landkreis Wesermarsch) einen Einblick in die Aufgaben eines Landwirts.

Für Marie Blomenkamp war es nicht das erste Mal - in ihrer Grundschulzeit war sie bereits mit ihrer Klasse auf diesem Hof gewesen. Organisiert hatte das damals ihre Klassenlehrerin - dieselbe, die auch schon Hendrik Lübben unterrichtete.

Liegeboxen säubern

Luisa Thormälen, Gesa Werner und ihre Schwester Neele hatten zuvor noch keinen Kontakt zur Landwirtschaft. Auch in der Schule sei das Thema noch nicht behandelt worden. Die Schülerinnen möchten gerne „etwas mit Tieren zu tun haben“.

Auf dem Hof säuberten sie die Laufgänge und Liegeboxen der Kühe und versuchten sich im Melken. Berührungsängste hatten sie dabei kaum, aber immer einen wachsamen Blick auf die Hinterteile der Kühe im Swing-over-Melkstand. Man weiß ja nie, wen es trifft!

Birgit Luiken

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