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Schulobst: Mit bis zu 150 Millionen Euro gefördert

von , am
14.01.2014

Hannover - Niedersachsens Schulobstprogramm erhält finanziellen Rückenwind aus Brüssel: Der EU ist das Projekt so wichtig, dass sie die Mittel von jährlich 90 auf 150 Millionen Euro aufgestockt hat.

Bevor das Schulobstprogramm starten kann, müssen noch Liefervereinbarungen zwischen den zugelassenen Schulen und Lieferanten geschlossen werden. © hapo/landpixel
"Damit darf Niedersachsen auf mehrere zusätzliche Millionen Euro für diese äußerst wertvolle Initiative hoffen", sagte Niedersachsens Landwirtschaftsminister Christian Meyer. "Das ist ein wichtiger Beitrag für die Gesundheit vieler Kinder." Da die EU zudem von den Ländern lediglich noch 25 statt 50 Prozent Eigenanteil verlangt, könnten für Niedersachen jetzt pro Schuljahr maximal bis zu vier Millionen Euro für die Abgabe von Obst und Gemüse an sechs- bis zehnjährige Kinder zur Verfügung stehen. Die endgültige Summe hängt davon ab, wie die EU-Mitgliedstaaten ihre Gelder in Anspruch nehmen und wie wiederum der Bund die Deutschland zur Verfügung stehenden Mittel den am Programm teilnehmenden Bundesländern zuteilt.

Niedersachsen macht als achtes Bundesland beim Schulobstprogramm mit

Niedersachsen ist das achte Bundesland, das beim Schulobstprogramm mitmacht. Meyer zeigte sich höchst erfreut, dass auch der neue Bundeslandwirtschaftsminister Hans-Peter Friedrich die Zeichen der Zeit erkenne und sogar jüngst an die Bundesländer appelliert habe, die Mittel des Programms vermehrt in Anspruch zu nehmen. "CDU und FDP im Landtag sollten ihre Verweigerungshaltung aufgeben, damit unsere Kinder mehr frisches Obst und Gemüse angeboten bekommen", appellierte Meyer an die Opposition mit Verweis auf die guten Erfahrungen anderer Bundesländer. "Wissenschaftliche Studien belegen, dass schlechte Ernährungsgewohnheiten schon im Kindesalter anfangen", sagte Meyer. "Da müssen wir rechtzeitig gegensteuern. Das Schulobstprogramm ist deshalb ein wichtiger Schritt." 

Neues Programm soll keine bestehenden Initiativen ersetzen

Der Landwirtschaftsminister betonte, ökologisches Obst und regionale Produkte sollten beim Schulobstprogramm ebenfalls möglich sein. "Wir freuen uns darauf, dass auch in Niedersachsen Schulen auf freiwilliger Basis endlich am EU-Schulobstprogramm teilnehmen können", sagte Meyer. Für Niedersachsen als Obstland Nr. 1 mit dem höchsten Bio-Anteil aller Bundesländer sei die Initiative überfällig. Ziel sei aber vor allem die bessere und gesündere Ernährung der Kinder. "Denn die meisten Mädchen und Jungen essen deutlich weniger an Obst und Gemüse als empfohlen, obwohl beides Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung ist", so der Minister. Er machte klar, dass bestehende Programme und Elterninitiativen durch das Schulobstprogramm keineswegs ersetzt werden sollten.

Ab Mitte des Jahres beginnt das Bewerbungsverfahren

Für die Teilnahme bewerben können sich alle Grundschulen, Förderschulen bis Klasse 6 und Schulkindergärten im Land. Das neue Projekt eigne sich auch für Schulen in sozialen Brennpunkten, wo Eltern vielleicht im Alltag weniger Geld für frisches Obst und Gemüse ausgeben. Das Bewerbungsverfahren für die Schulen soll ausschließlich online erfolgen, voraussichtlich ab Mitte des Jahres. Nach bisherigen Berechnungen könnten in einem ersten Schritt bis zu 100.000 Kinder in Niedersachsen vom Schulobstprogramm profitieren. Die Auswahl der Schulen soll anhand sozialer und regionaler Kriterien erfolgen. Wer teilnimmt, geht zugleich die Verpflichtung ein, die Maßnahme pädagogisch zu begleiten. Im Frühjahr sollen flächendeckend Informationsveranstaltungen angeboten werden; eine Hilfestellung bietet auch ein Fragen- und Antworten-Katalog, der in Kürze auf der Homepage des Niedersächsischen Landwirtschaftsministeriums veröffentlicht wird unter www.ml.niedersachsen.de
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